Hunger- Halluzination- Kreativität

Wie in meinem Beitrag über Hamsuns „Hunger“ beschrieben, sind mit beim Lesen so einige Fragen in den Sinn gekommen:

Will ich wirklich versuchen vom Schreiben zu leben? Kann ich überhaupt erfolgreich genug sein, um ich davon leben zu können? Wie kann ich die Sache mit dem Prokrastinieren überwinden, wenn ich denn vielleicht mal erfolgreich bin? Oder auch nicht? Was passiert, wenn das Geld knapp wird? Kämpfe ich weiter? Und wie ist das überhaupt mit der Kreativität? Warten bis sie kommt? Oder eine Regelmäßigkeit schaffen? Kann man sich vielleicht sogar selbst durch Meditation oder Hunger in Zustände versetzen, in denen man kreativer ist und vielleicht sogar Weisheit erlangen kann?

Was denkt ihr darüber?

Tinka Beere

4 Kommentare zu “Hunger- Halluzination- Kreativität

  1. Pingback: Knut Hamsun: Hunger | Unser Schreibblock

  2. Vom Schreiben leben können, ist ein verdammt harter Job. Die wenigsten kommen in den Genuss, sich wirklich auf ihren Lorbeeren ausruhen zu können. Schreiben bedeutet, sich immer wieder selbst zu kritisieren, zu reflektieren, zu motivieren. „Gut schreiben“ erfordert neben Talent auch Geduld, Ausdauer und Kritikfähigkeit. Dazu kommt, dass das Publikum am Ende entscheidet, mancher scheitert auch schon am ersten Lektorat.
    Kreativität ist nichts, was erzwungen werden kann. Zu hungern macht dich nicht talentierter. Jeder Schriftsteller muss seinen eigenen Zugang zu den Figuren finden. Ständige Schreibblockaden sollten als Warnsignal verstanden werden – vielleicht hat man sich nicht eingehend genug mit seiner Welt, seinen Figuren auseinandergesetzt.
    Für mich gehört zur Arbeit eine angenehme, vertraute, anregende Umgebung (ich habe etliche Zettel mit Zitaten, Anmerkungen für meine Romane, Bilder, Figuren und Andenken um mich herum), meistens auch gute Musik (u.U. passend zur Geschichte) und nicht zuletzt Ruhe dazu. Stephen King hat in einem seiner Bücher über das Schreiben gesagt, sein Arbeitszimmer habe keine Fenster, damit er sich nicht ablenken lassen kann. Er beschallt sich mit lauter AC/DC-Musik. Das sind Voraussetzungen, die nicht für jeden geeignet sind – aber jeder sollte herausfinden, welche es denn dann sind.
    Sich hinzusetzen und ein leeres Blatt anzustarren, oder Wörter auf einem Blatt Papier zu kritzeln, oder einfach die letzten Seiten zu lesen (und gegebenenfalls gleich zu überarbeiten) können gute Mittel sein, in den Fluss zu geraten, der das Schreiben ausmacht.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Kreativität entsteht aus einer Laune heraus, aus einem ganz bestimmten oder auch unbestimmten Reiz. Diese(n) zu finden, ist die erste Aufgabe eines angehenden Autors. Dem Einzelnen mag Meditieren helfen, zur Ruhe zu kommen und die Gedanken auf die Geschichte zu lenken, von Hungern oder „dem Versetzen in einen kreativen Zustand“ an sich halte ich jedoch nichts.

  3. Mir hat mal ein erfolgreicher, hauptberuflich arbeitender Musiker gesagt, man muß das üben, was man nicht kann. Nur so kommt man weiter! Und schreiben wollen bedeutet, jeden Tag schreiben, möglichst mehrere Stunden. Nur Übung bringt Kreativität und Entwicklung voran!

  4. Naja, ich würde den MIttelweg gehen, also einen nicht zu zeitraubenden Job, der einem am Leben erhält, aber genug Zeit zum Schreiben und für die Freizeit gewährt. Ich denke, dass ein stabiles, abgesichertes Umfeld sehr wichtig für kreative, aber auch wissenschaftliche Arbeit ist. Nicht umsonst kamen die ersten Literaten und Philosophen aus dem Mittelmeerraum, wo die Lebensumstände einfach „besser“/einfacher waren. Daher plädiere ich für einen harmonischen Mittelweg aus Arbeit und Schreiben und dass man immer einen Plan B ( am besten noch C und D) haben sollte.

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