[Qick-Tipp] Schreibgruppen

[Edit: Dieser Beitrag ist am 19. Mai 2014 auf meinem Blog erschienen, aber dennoch aktuell]

Gerade hat mich die Pauli angestupst und gesagt: Schreib mal was über die Schreibgruppe, als Antwort auf meinen Beitrag. Dann erfülle ich ihr gern den Wunsch.

Dieser Artikel ist also Paulina Bordihn, auch Pauli oder Pulli genannt, gewidmet.
– Tinka

Tipp

Versucht euch in Schreibgruppen zusammen zurotten.

Vielleicht findet ihr jemanden, der eine Schreibgruppe leitet oder ihr ergreift selbst die Initiative und sucht euch Leute, die gerne schreiben. Vielleicht könnt ihr hier mal rumfragen. Das ist meine Gruppe auf Facebook in der sich einige Schreiber tummeln. Fragt einfach mal nach Interesse 😉

Gestern war ich das erste Mal in Biancas Schreibgruppe dabei. Zuerst hatte ich ein wenig Angst, dass ich den Ansprüchen nicht gerecht werden kann, aber alles in allem war es eine sehr nette und interessante Runde.

Ich wusste eigentlich gar nicht, was auf mich zukommt. Die Sitzung gerstern war der Praxisteil zu der vergangenen Woche und Bianca ließ uns bis zuletzt im Dunkeln tappen.

Das Thema war Discovery Writing und so bekamen wir von Bianca, nachdem jeder ein Resüme über die Diskussion der vergangenen Woche (ich hatte die Möglichkeit diese nachzulesen, weil ich ja nicht dabei war), Writing Promts. Sieben an der Zahl von denen wir uns eines aussuchen konnten. Und dann sollten wir schreiben, dazu hatten wir dreißig Minuten Zeit. Wir durften Plotten, da festgestellt wurde, dass Plotten auch in Form von Discovery Writing stattfinden kann, und Schreiben.

Bei meinem Writing Promt: „Fange an mit: Die Welt geht unter“ hatte ich direkt ein Bild vor Augen und meine Gedanken schrieben die Geschichte schon. Ich muss sagen: leider hatten wir nachdem wir die Writing Promts bekommen hatten noch ca. 10 Minuten Zeit. Zu lange für meine Finger – sie wollten direkt loslegen 😀

Und dabei heraus kam dieser Text. Ich habe ihn nur in Sachen Rechtschreibung und Tippfehler überarbeitet, alles andere ist original.

Im Anschluss haben wir noch über die Übung geredet.

Schreibgruppe: pro

  • Du lernst Leute kennen, die genauso wie du das Schreiben lieben.
  • Du bekommst das Gefühl, dass du nicht alleine bist.
  • In einer Gruppe kann man sich gegenseitig unterstützen und auch Texte der anderen lesen und kommentieren.
  • Jeder von euch lernt dazu, wenn er die Texte von anderen liest und kommentiert und auch Anmerkungen von anderen einarbeitet.
  • Es gibt einen Tipp für Autoren, der beinhaltet, dass man seine Geschichte nicht der Familie (oder Freunden) zeigen und konstruktive Kritik erwarten sollte.

Schreibgruppe: contra

  • Es kann eine ganze Weile dauern, bis du eine Gruppe findest. Nicht die erstbeste muss gleich die Richtige sein.
  • Ich habe in dem Schreibratgeber von James N. Frey gelesen, dass es verschiedene Schreibgruppen mit unterschiedlichen Ansprüchen gibt. Manche wollen nur „hohe“ Literatur produzieren und protzen herum, andere reagieren bei wirklicher Kritik empfindlich und wollen nur in den Himmel gelobt werden. Also, schaut euch um, irgendwann kann jeder Leute finden, die zu ihm passen und es können auch Freundschaften entstehen.
  • Meistens findet man Leute, die schreiben (besonders als schüchterner und menschenscheuer Autor, wie es wahrscheinlich die Meisten sind) nicht unbedingt in der näheren Umgebung. Was bleibt ist das Internet. Doch dies macht die Kommunikation schwerer, weil ein wichtiger Bereich fehlt: die nonverbale Kommunikation. Ich denke, jeder kennt das Problem mit missverstandenen Smilies 😉

Mein Fazit

Wenn ihr eine Schreibgruppe gefunden habt, dann müsst ihr einerseits mit der Qualität zufrieden sein. Sie muss euch persönlich für euer Schreiben etwas bringen. Was nutzen Kaffeekränzchen und Pläuschchen in gemütlicher Runde? Das bringt niemanden voran und ist nur Pseudogehabe. Andererseits müsst ihr euch aber auch wohl fühlen. Ihr müsst ohne Angst eure Meinung zu den Texten anderer geben können, ohne dass diese gleich beleidigt sind. In einer guten Schreibgruppe wird sich nicht persönlich angegriffen und konstruktive Kritik gegeben, die man annehmen kann oder eben auch nicht. Hört dabei auf jeden Fall auf euer Bauchgefühl. Es sind eure Geschichten, die die anderen Mitglieder zu Gesicht bekommen – im Idealfall sind sie wie eure Babys.

Was sagt ihr dazu?

Meine Pro- und Contra-Liste ist natürlich nur eine kleine Auswahl der Punkte, die mir eingefallen sind. Gibt es für euch noch Dinge, die wichtig sind, um euch einer Schreibgruppe anzuschließen? Oder was hindert euch daran einer solchen Gruppe beizutreten? Was sind eure Erfahrungen?

Es grüßt euch eure Tinka