[Rezension] Die „Judas“-Reihe von Markus Heitz

Nachdem ich gestern den letzten Teil der Reihe ausgelesen habe, ist es wohl an der Zeit diese vorzustellen. Ich muss dazu sagen, dass ich den ersten Teil vor einigen Jahren gelesen habe und mich zwar noch an die Handlung erinnern kann, aber nicht mehr an so viele Einzelheiten, weswegen ich diesen Teil auch nur kurz behandeln und nicht bewerten werde.

Der erste Teil der Reihe „Die Kinder des Judas“ führt die Hauptfigur Jitka bzw. Sia ein. Ähnlich wie bei den Werwolfbänden gibt es zwei Zeitlinien, die parallel erzählt werden. Die eine spielt in der Gegenwart und die andere im 17. Jahrhundert. Dabei erklärt die ältere Linie logischerweise die Ereignisse, die jetzt in der Gegenwart passieren. Die Idee hat durchaus ihre Reize, kann aber auch ein bisschen nervig auf Dauer sein, wenn man ständig aus der einen Handlung herausgerissen wird.
Im zweiten Teil „Judassohn“ gibt es nicht nur zwei Zeitlinien, sondern auch in der Vergangenheit noch einmal zwei verschiedene Hauptfiguren. Sia und die Gegenwart sind zwar in diesem Roman wichtig, aber nehmen nicht so viel Platz ein. Die verwirrenden Erzählstränge werden dann natürlich aufgelöst und zwar auf eine sehr sehr sehr witzige Art und Weise. Ja, ich habe wirklich gelacht, weil es so überraschend kam und ich überhaupt nicht mit der Erkläung gerechnet habe.

„Judastöchter“, der dritte Teil, unterscheidet sich relativ stark von den beiden Vorgängern. Es gibt nur eine Zeitlinie und ist wesentlich actionlastiger. Eine von Sias Urenkelinnen und deren Tochter, die Sia beschützen und bewachen will, wird entführt – und zwar nach Irland. Sia ballert sich also in diesem Teil durch die komplette Sagenwelt Irlands und es geht blutig zur Sache. Der Stil ist heitztypisch. Es gibt schon ein gehobenes Vokabular, die Sätze sind auch oft verschachtelt und manchmal auch ein wenig sperrig. Ich mag das, ist aber nicht jedermanns Sache, wie ich weiß

Generell sollte man wissen, dass die „Dunkle Spannung“-Romane von Heitz sich irgendwie alle aufeinander beziehen. Beim zweiten und dritten Teil tauchen beispielsweise die Werwölfe aus Ritus und Sanctum auf. Sia und die Werwölfe beide in Excarnation usw. Das ist alles in allem schon ziemlich cool.

Kommen wir zur Bewertung: „Judassohn“ bekommt von mir 10 Punkte, weil es nichts gab, was mir nicht gefallen hätte und die Wendung in den Vergangenheitszeitlinien war schon echt der Hammer, ich war wirklich begeistern.

„Judastöchter“ bekommt von mir 9 Punkte. Das ist vor allem im Zusammenhang mit dem Vorgänger zu verstehen. Es gab für mich nichts wirklich schlechtes, aber es war mir alles einfach irgendwie zu gradlinig. Ich mag die komplizierten Wendungen, Zeit- und Erzähllinien und Figuren bei Heitz einfach und das kam in diesem Teil für mich zu kurz.

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