50k5d-Challenge · meine Erfahrungen und Tipps

Hallo ihr Lieben 🙂

Während des Camp NaNoWriMo im Juli habe ich mich das erste Mal an der 50k5d-Challenge versucht und sie auch geschafft. Das Ziel der Challenge ist es, 50.000 Wörter in 5 Tagen bzw. 10.000 Wörter an einem Tag zu schreiben.

Das erste Mal von der 50k5d-Challenge habe ich im NaNoWriMo 2013 gehört. Einige Leute, die mitgemacht haben, wurden als verrückt bezeichnet und ihnen wurde vorgeworfen, doch in dem Tempo gar nichts Vernünftiges schreiben zu können. In den NaNo-Statistiken rannten sie allen anderen davon, was einen ziemlichen Wirbel bei einigen anderen Teilnehmern verursachte.

Eines vornweg: Es ist hammerhart. Aber auch du kannst es schaffen.

Ich habe ein paar Tipps für dich, die dir helfen können, das Ding zu wuppen.

  1. Planung: Ich glaube, das ist das Wichtigste. Beim „normalen“ Schreiben kann es helfen, beim NaNo ist es eine große Hilfe, doch bei der 50k5d-Challenge ist es eine der Grundvoraussetzungen. Nimm dir ein Buch und nimm die ersten 5% der Seiten in deine Hand. In diesen 5% passiert wahrscheinlich ziemlich viel und es ist sehr anstrengend sich die Handlung aus den Fingern zu saugen. Es schreibt sich einfach leichter, wenn man vorher einen Plan hat, wo die Reise hingeht und was als Nächstes passiert.
  2. Zeit: Du wirst mehrere Stunden am Tag vor deinem PC verbringen (ich nehme mal an, dass es kaum einer wagt, diese Challenge mit der Hand zu bestreiten). Blöd, wenn du nebenbei Arbeiten, zur Uni oder in die Schule musst. Mache diese Challenge nur, wenn du wirklich den größten Teil des Tages Zeit hast. Ich habe an den fünf Challengetagen täglich mindestens 6 oder 7 Stunden geschrieben.
  3. Dein Team: Im Team ist es immer leichter zu schreiben, diese Erfahrung hast du wahrscheinlich schon gemacht, wenn du einmal den NaNo mitgemacht hast oder eine feste Schreibgruppe hast, in der ihr regelmäßig schreibt und euch anspornt. Es gibt Schreibspiele, die etwas Schwung und Abwechslung in die Angelegenheit bringen, zum Beispiel WordWars oder Schreibtouren.
  4. Dein Alltag: Wenn du bis zu sieben Stunden am Tag schreibst und dann noch acht Stunden schläfst, bleibt für die alltäglichen Dinge nicht mehr viel Zeit. Versuche vorher Einkäufe zu erledigen, besorge dir Nahrung, die gut für den Kopf, aber nicht zu aufwendig in der Zubereitung ist. Lebt man alleine, dann ist es einfacher, den Haushalt für ein paar Tage links liegen zu lassen, mit einem Lebenspartner kann man einen Deal abschließen, aber mit Familie und Arbeit wird es schon schwieriger. Vielleicht könnt ihr da was drehen, eure Familie nimmt Rücksicht auf euch oder ihr nehmt euch ein verlängertes Wochenende 😉
  5. Das Schreiben: Wie im NaNo gilt es besonders während der Challenge, den inneren Kritiker auszuschalten. Am Anfang ist es schwer, Tippfehler oder komische Satzkonstruktionen stehen zu lassen. Glaubt mir, irgendwann seid ihr wirklich im Flow. Und das Überarbeiten macht fast doppelt so viel Spaß, weil ihr während der Challenge wirklich lustige Sätze fabriziert.
  6. Bonus: Mit Bonus meine ich Dinge, die euch das Schreiben erleichtern können. Für mich war meine Handcreme sehr wichtig, weil ich durch das Tippen trockene Hände bekommen habe. Mein Fehler war es auch, dass ich mich mit dem Laptop ins Bett gelümmelt habe. Das Ergebnis waren Rückenschmerzen. Durch Bewegung könnt ihr ihnen vorbeugen – ich meine an der frischen Luft, denn so kommt auch ebenso frischer Wind in eure Gehirnwindungen. Nervennahrung ist immer gut. Man kann nebenbei etwas knabbern und die Hände sind auch mal abseits der Tastatur mit etwas beschäftigt. Aber nicht übertreiben 😉

mein Fazit zur Challenge

Auf jeden Fall hat mir die Challenge sehr viel gebracht. Der Rausch, wenn man von sich sagen kann, man habe eine Novelle von 50.000 Wörtern in 5 Tagen geschrieben, ist schon ein sehr beflügelndes Gefühl. In einem Team, in dem man sich gegenseitig pusht, ist das noch besser, wenn man sich gemeinsam ins Ziel tippen kann und Nachzügler anfeuert. Man geht über die Grenzen, von denen man eigentlich gedacht hatte, sie wären unüberwindbar. Es ist wie ein Rausch – nur viel produktiver.

Leider muss ich auch sagen, dass dieser Rausch der Höhepunkt eines monatelangen Trips war. Angefangen hat das im NaNo und zog sich bis zum Juli hin. Das Wörterzählen hat mich am Ende so für sich eingenommen, dass mir Zahlen wichtiger waren als Worte. Es hat am Ende keinen Spaß mehr gemacht zu schreiben, ich schrieb nur noch für die Zahlen, aber was dabei herauskam, war absoluter Käse – Die Leidenschaft hat einfach gefehlt.

Doch ich möchte euch keine Angst machen. Aus diesem Loch habe ich mich befreien können 😉 Ich wollte euch nur beide Seiten dieser Challenge vor Augen führen. Es ist eure Entscheidung, doch ich sage euch: wenn ihr die Möglichkeit habt, dann versucht es ernsthaft. Ihr werdet es sicher nicht bereuen – ich tue es auch nicht.

Habt ihr die Challenge schon einmal in Angriff genommen? Wie ist es euch ergangen, was sind eure Erfahrungen? Werdet ihr sie einmal ausprobieren oder noch einmal wiederholen?

Ein Kommentar zu “50k5d-Challenge · meine Erfahrungen und Tipps

  1. Ich erinnere mich so etwas ähnliches mal gemacht zu haben, allerdings ohne den Namen Challenge zu verwenden. Damals habe ich gehört, dass es eine Autorin gibt, die pro Monat ein Buch herausgibt. Sie schafft das indem sie zwei Wochen an einem Buch schreibt, es liegen läßt, eine Woche ein altes Buch editiert und dann veröffentlichlich. Dann editiert sie das liegengelassene Buch und schreibt für zwei Wochen das nächste usw.
    Ich muß sagen, ich war noch nie ein Fan der Autorin und ich mag ihre Bücher auch nicht, aber das wollte ich ausprobieren. Ich habe also zwei Wochen wie eine Wilde geschrieben (zu der Zeit war ich zwischen zwei Jobs, mußte mir also keine Sorgen machen und habe das als verlängerten Urlaub angesehen), ich hatte einen sehr lieben Freund, der alles für mich tat (incl. füttern) und mit dem Hund rauszugehen war damals wie ein erweitertes Schreiben, weil ich ständig nur an die Geschichte dachte. Ich habe es damals geschafft ein knapp 200k Buch zu schreiben. Es war der reine Wahnsinn und danach habe ich mich gefühlt, wie ein Junkie auf Entzug. Einerseits sehr hochgedreht, andererseits total fertig und richtig glücklich auch irgendwie nicht.
    Von daher reizt mich die 50k Challenge und sie stößt mich gleichzeitig ab. Auf jeden Fall habe ich jetzt im Moment keine Zeit dafür.

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