Schreibe ich mit der Hand oder am PC?

Hallo ihr Lieben 🙂

Für lange Zeit war ich mir ziemlich unsicher, ob ich nun mit der Hand oder dem PC meine Geschichten zu Papier bringen möchte. Und auch jetzt weiß ich nicht, ob ich den optimalen Weg gefunden habe. Wahrscheinlich gibt es den auch nicht, aber ich möchte euch einmal die Vor- und Nachteile vor Augen führen, die euch die Entscheidung erleichtern können.

Als es noch keine Computer gab, wurde ja alles mit der Hand oder der Schreibmaschine geschrieben. So hat auch übrigens auf Stephen King angefangen. Aber was sind eigentlich die Vorteile, wenn man mit der Hand schreiben möchte, und was spricht dagegen?

Wenn du mit der Hand schreiben möchtest, dann musst du dich zunächst entscheiden, ob du in ein Notizheft oder auf lose Blätter schreiben möchtest. Aber egal, wie du dich entscheidest: Du kannst wirklich überall schreiben und bist unabhängig von der Technik, weil du keinen Strom für den PC oder Drucker brauchst. Das Papier kannst du überall mit hinnehmen, wenn du ein dünnes Heft oder einzelne Blätter hast, dann kannst du diese zur Not auch knicken, um sie in der letzten Ecke deiner Tasche zu verstauen.

Von einigen Leuten habe ich gehört, dass sie besser schreiben/zeichnen können, wenn sie einen Stift in der Hand haben. Auch mir hat das während meiner Schreibblockade geholfen.

Während des Schreibprozesses kannst du leicht noch einzelne Wörter zwischen die Zeilen quetschen oder Notizen an den Rand schreiben.

Ein Rechtschreibprogramm hat Papier auch nicht. Ich glaube sogar, dass das den kreativen Schreibprozess noch fördert.

Wenn du auf einem echten Blatt Papier schreibst, dann kannst du dich richtig bequem in dein Bett kuscheln, denn du musst nicht schauen, ob dein Laptop so steht, dass auch genügend Luft an ihn dran kommt und er nicht heiß läuft. Außerdem hast du dann wahrscheinlich auch kein Internet nebenbei laufen und wirst nicht so schnell abgelenkt.

Der größte Vorteil für mich ist, dass ich nicht zwischenspeichern muss. Das, was ich geschrieben habe, ist relativ sicher (natürlich nicht vor Wasser oder Teeflecken, auch nicht vor Feuer – aber wie sicher ist da ein PC, wenn es mal mehr wird?). Auch wenn du zwischenspeicherst, auf einen Stick zum Beispiel, kann deinem PC einfach mal einfallen, dass dieser neu konfiguriert werden muss, sprich: Er muss dafür alle Daten löschen. Upsi.

Die Nachteile habe ich ja teilweise schon genannt. Wird Wasser über deiner Geschichte verschüttet, dann kannst du, je nach Schreibinstrument, im dümmsten Fall gar nichts mehr lesen.

Zum Beispiel habe ich keine ordentliche Schrift – zumindest, wenn ich längere Zeit schreibe. Wenn du sie auch nicht hast, brauchst du dir keine Sorgen machen. Kreative Menschen denken wohl zu schnell, als dass sie das Gedachte langsam und in schöner, lesbarer Schrift niederschreiben können. Mir verdirbt es aber immer ein wenig die Laune, wenn ich sehe, wie sehr ich da rumgeschmiert habe.

Natürlich ist der nächste Nachteil ein First-World-Problem: Du musst deine Wörter selbst zählen, wenn du zum Beispiel am NaNoWriMo teilnimmst.

Für mich ist der größte Nachteil der, dass du dein Manuskript irgendwann abtippen musst. Ich glaube, dass kein Verlag mehr handschriftliche Manuskripte akzeptiert (man gebe mir Bescheid, sollte ich mich irren). Das Abtippen ist noch mal sehr zeitaufwendig. Vielleicht kannst du das auch mit deiner ersten Überarbeitung verbinden. Aber dennoch ist der Haufen an Papier demotivierend, zumindest für mich und irgendwann verlässt mich die Lust.

Kommen wir zum Schreiben am Pc. Hier sind die Vor- und Nachteile fast umgedreht.

Ein Vorteil ist, dass du automatisch deine Wörter gezählt bekommst. Du kannst dir sogar mit den richtigen Schreibprogrammen für Autoren die Seitenzahl deines Manuskripts ausrechnen lassen. Daneben gibt es noch viele weitere Spielereien, die ich nicht kenne, weil ich bisher nur FocusWriter ausprobiert habe und es recht minimalistisch scheint, im Gegensatz zu dem, was ich von anderen Programmen gelesen habe.

Für den kreativen Schreibprozess kannst du die Rechtschreibhilfe ausstellen, fürs Überarbeiten wieder an. Du kannst viele Kleinigkeiten in Kürze ändern, ohne noch einmal die ganze Seite schreiben zu müssen.

Klar, verträgt auch nicht jeder PC jede beliebige Menge an Wasser, aber wenn du eins, zwei Sicherungskopien hast, eine davon online, dann kannst du immer darauf zugreifen – vorausgesetzt du vergisst dein Passwort nicht 😉

Im digitalen Zeitalter, in dem wir ja bekanntermaßen leben, haben deine Alpha- und Betaleser wahrscheinlich eine e-Mailadresse. So kannst du sogar mehreren gleichzeitig dein Manuskript in kurzer Zeit übermitteln. Sie können dann digitale Anmerkungen machen, ohne dein Manuskript zu verändern. Gefällt dir ein Kommentar nicht, kannst du ihn löschen. Klick, fertig.

Der größte Vorteil für mich ist, dass du nicht alles abtippen musst. Du kannst mehrere Kopien auf deinem PC erstellen und alle anders bearbeiten; so hast du mehrere Variationen deiner Geschichte ohne großen Aufwand. Bei meinem Schreibprogramm kann ich sogar zwei Dokumente miteinander vergleichen und direkt sehen, welche Änderung mir am Besten gefällt. Außerdem kannst du dein Manuskript auch auf verschiedene Geräte übertragen und dort lesen und bearbeiten. Ist dein Manuskript fertig, dann kannst du es auch in andere Formate umwandeln, je nachdem was dein Verlag haben möchte. Dann schickst du es per Mail ab. Fertig. Abwarten.

Natürlich gibt es auch Nachteile. Wenn ich am PC sitze, dann lasse ich mich oft vom Internet ablenken. Helfen kann da das Programm FocusWriter, aber wenn wirklich im Internet surfen will, dann hält auch das mich nicht auf.

Am PC schreiben kann auch Schreibblockaden begünstigen. Man hat nur den blinkenden Cursor, auf dem Papier könnte man an dieser Stelle einfach etwas zeichnen, um sich einzustimmen. Mit Bildschirm und Tastatur ist das nicht so leicht.

Randnotizen am PC sind auch etwas umständlicher durch eine Tastenkombination oder einen Mausklick einzufügen. Das ist zwar auch wieder eher ein First-World-Problem, aber es ist nun mal da.

Außerdem bis du vom Strom abhängig. Du kannst nicht einfach irgendwo schreiben und im Bett, wo ich am liebsten lese und schreibe, ist die Gefahr hoch, dass der Labtop heiß läuft. Wenn du einen großen PC hast, ist der natürlich noch weniger transportabel.

Meine größte Angst ist, dass ich nicht oft genug Sicherheitskopien mache, bzw. es ganz vergesse. Technik zu vertrauen, ist eine meiner größten Macken. Und wenn der PC sich einen Virus einfängt oder auch nur das Programm abstürzt, dann ist das, was du geschrieben hast, futsch. Es sei denn, dein Programm speichert automatisch zwischen. Auch Datenträger können kaputt gehen oder Onlinespeicher können Probleme haben, gehackt werden, was weiß ich was noch.

Fazit

Nachdem ich mir selbst auch noch mal Vor- und Nachteile von beiden Methoden angesehen habe, stelle ich fest, dass sich das Handschreiben für den kreativen Prozess, also das Schreiben der Rohfassung sehr gut anbietet (wenn man sich denn dazu überwinden kann, alles im Nachhinein abzutippen). Für die nächsten Überarbeitungsschritte ergibt das Schreiben am PC mehr Sinn. Allerdings glaube ich, dass das nur für mich zutrifft, und dass jeder für sich selbst entscheiden sollte, welche Methode er wählt abhängig davon, welches Ziel er mit seinem Schreiben verfolgt und ob er (in einem Schreibmonat auch bei einer Rohfassung) einen Überblick über den Umfang seines Manuskripts haben möchte.

10 Tipps, um sich im NaNoWriMo Zeit zum Schreiben frei zu schaufeln

Dreißig Tage lang steht das Schreiben im Vordergrund. 1.667 Wörter am Tag, um am Ende mit 50.000 Wörtern, vielleicht sogar einer fertigen Geschichte in der Rohfassung dazustehen, sind echt keine leichte Hausnummer. Doch die Summe macht’s am Ende. Wenn ihr euch jeden Tag zum Schreiben bringt, dann müsst ihr nicht so viel Schreiben, wie zum Beispiel wenn ihr nur einen Tag die Woche schreibt, um aufs gleiche Ergebnis zu kommen.

Die wichtigste Regel beim NaNo: Kleinvieh macht auch Mist, ist nicht nur auf Wortzahlen anwendbar, sondern auch auf die Zeit, die ihr zum Schreiben nutzt. Ich möchte euch in diesem Beitrag ein paar Tipps geben, wie ihr euch kleine (und vielleicht auch größere) Zeitfenster zum Schreiben schaffen könnt.

  1. Duschen statt baden. Beim Baden kann man schon mal eine ganz gute Stange Wasser und auch Zeit verplempern. Lässt man immer wieder neues Wasser nach, dann ist es lange schön mollig warm, aber ihr habt für euren Schreibtag an sich nichts gewonnen. Besser ist es, wenn ihr duschen geht. Für eine Grunddusche (Haare waschen und einseifen plus abspülen) braucht man nicht mehr als fünf Minuten. Wenn ihr das Baden dennoch nicht sein lassen könnt und gern chillig in der Wanne liegt, warum versucht ihr es denn nicht einfach mit „in der Wanne schreiben“? Wer tollpatschig ist, dem würde ich dennoch raten, zu duschen 😉

  2. Die Dinge zum täglichen Leben auf ein Minimum reduzieren: Schließt sich eigentlich dem ersten Punkt an. Im November kann es schon ziemlich frostig werden, da braucht man in der Regel nicht häufiger als alle zwei Tage duschen, es sei denn, man macht Extremsport 😉 Auch Einkaufen braucht man nicht jeden Tag, plant voraus, dann spart ich Zeit und eventuell auch Geld und Benzin.

  3. Spart bei der Zubereitung eures Essens Zeit. Das heißt nicht, dass ihr euch im November ungesund ernähren sollt, jedoch ist es zeitsparender, wenn man nicht die ganze Zubereitungszeit am Herd verbringt. Ausführliche Tipps und Rezepte zum Thema „Essen im NaNo“ wird es noch geben 😉
    Vielleicht wohnt ihr auch nicht alleine, dann könnt ihr das Kochen im NaNo delegieren. Natürlich solltet ihr euch im Dezember dafür revanchieren 😉

  4. Putzen muss nicht so oft sein (Achtung, dahinter kann sich auch oft Aufschieberitis verbergen). Beschränkt euch auf das Minimum. Wohnt ihr mit anderen zusammen, super, dann schiebt den Hausputz auf andere und revanchiert euch 😉 Und wenn ihr noch zu Hause wohnt, dann sagt euren Eltern, dass ihr im November ernsthaft schreiben und eben nicht wichtige Zeit mit Zimmeraufräumen verschwenden wollt. Immerhin ist der NaNo nur einmal im Jahr. Und eure Eltern wollen doch sicher nicht, dass ihr noch weniger Zeit mit dem Lernen für die Schule verbringt 😉 Wenn das nichts hilft, dann bietet doch einfach einen Deal an, im Dezember die Wohnung putzen, bevor die ganze Verwandtschaft zum Festtagsessen anrückt. Ich kann mir vorstellen, dass sich einige Eltern darüber freuen.

  5. Auch wenn es sich im ersten Moment nicht wie ein Tipp zum Zeitsparen anhört: Macht Pausen beim Schreiben. Es ist viel Effektiver (in Wortzahlen gedacht) sich 10 Minuten am Stück hinzusetzen und ohne Ablenkung durchzuschreiben, als eine Stunde am Stück durchzuarbeiten. Es powert nicht so aus, und wenn ihr immer mal 10 oder 5 Minuten zwischendurch nutzt, habt ihr in der Summe vielleicht sogar mehr als eine Stunde Schreibzeit am Tag.

  6. Überlegt euch schon vor dem NaNo, was ihr vorher erledigen könnt. Macht euch eine Liste mit wichtigen Aufgaben zum Beispiel von Referaten, die ihr schon im Oktober machen könnt. Legt wenn möglich Termine auf den Dezember oder den Anfang des nächsten Jahres. Wenn es gar nicht anders geht, dann fangt frühzeitig an, Aufgaben zu erledigen, sie zu stückeln und auf mehrere Tage aufzuteilen, damit euch am Ende nicht der entscheidende Tag zum Schreiben fehlt.

  7. Nutze die Zeit, in der ihr wirklich schreiben könnt, intensiver. Das heißt wörtlich: Tippen. Solange ihr nicht vorm PC sitzt, könnt ihr euch im Hinterkopf schon mit den nächsten Szenen beschäftigen und dann fällt auch das Schreiben leichter, als wenn ihr damit erst anfangt, wenn ihr vorm PC sitzt.

  8. Macht euer Umfeld darauf aufmerksam, dass ihr am NaNoWriMo teilnehmt und wie wichtig es euch ist. Nichts ist unangenehmer als enttäuschte Freunde und Familienmitglieder. Wenn ihr den NaNo selbst ernst nehmt, dann wird es auch euer Umfeld tun. Und dann werdet ihr auch auf mehr Verständnis stoßen, wenn ihr mal einen Termin absagt.

  9. Soziale Netzwerke können auch ohne euch leben. Zwar gibt es viele Foren, die unglaublich motivieren, auch Facebookgruppen und Chats, ABER denkt immer daran, dass das die größten Fallen für Autoren sind. Man kann sich stundenlang festspielen. Wenn ihr gar nicht ohne könnt, dann setzt euch bestimmte Zeiten. Fünf Minuten Facebook und dann wird aber auch mal eine Stunde geschrieben. Tut euch mit Leuten zusammen, die auch schreiben wollen, verabredet Zeiten, in denen ihr euch motiviert. Und auch Whats App hat in der Schreibzeit ruhig zu sein 😉

  10. Nutzt jede freie Minute zum Schreiben, die ihr sonst mit eurem Handy, Facebook oder sonst was verbringt. Oftmals merkt man gar nicht, wie viel Zeit man am Tag eigentlich hat. Ob es nun die Pausen in der Schule oder auf Arbeit sind, die Zeit, die man in Wartezimmern und Zügen verbringt oder allein schon die Werbepausen im Fernsehen. Eigentlich ist das der Megatipp für Autoren überhaupt: Schaut nicht mehr fern. Ich lebe seit über einem Jahr glücklich ohne ein Fernsehprogramm, das meinen Alltag bestimmt. Wenn ihr eure Serien verfolgen wollt, dann schaut sie online oder auf DVD, genauso Filme. Der Vorteil, ihr könnt mal länger schreiben, weil euch das liebe Gerät nicht um 20:15 sagt: Jetzt setzt du dich vor mich und starrst mich an. Ihr habt keine Werbepausen, die das Ganze noch sinnlos verlängern. Und ihr könnt jederzeit anhalten und schreiben, wenn euch gerade die perfekte Idee gekommen ist.

Das waren meine 10 Tipps, wie ihr zu mehr Zeit zum Schreiben kommen könnt. Und ob ihrs glaubt oder nicht, Fernsehen und soziale Netzwerke sind wohl die größten Zeit- und Kreativitätskiller überhaupt 😀 Natürlich ist es nicht leicht, aber dafür ist es der NaNo und die 50.000 Wörter in einem Monat schafft nicht jeder – aber jeder, der es wirklich will 😉

Welche Tipps habt ihr, um euch Zeit zum Schreiben zu schaffen?

7 Schreibhürden und wie du sie überwindest

1. Keine Zeit

Die wohl beliebteste Ausrede von Autoren ist: Ich habe keine Zeit zum Schreiben. Dummerweise muss ich dir jetzt sagen, dass Stephen King genauso wie du nur einen 24-Stunden-Tag hat. Es kommt einfach nur darauf an, wie man seine Zeit einteilt. Klar, der Brotjob muss gemacht werden, Schule und Uni dürfen nicht vernachlässigt werden, Kinder schreien und Haustiere lechzen nach Beschäftigung. Aber nun kommt das Gute: Das Problem ist nicht, dass du zu wenig Zeit hast – du hast genug! -, sondern dass du sie nicht gut einteilst und keine Prioritäten setzt.

3 meiner Tipps für dich (wenn du nur einen beherzigst, hast du schon etwas Zeit zum Schreiben gewonnen)

  • Entweder stehst du früher auf oder du bleibst länger wach (bitte die Option wählen, die dir angenehmer erscheint)
    Es muss keine Stunde sein, fünf oder zehn Minuten sind nicht tragisch. Und diese fünf oder zehn Minuten hast du jetzt mehr. Und verschwende diese Zeit nicht mit Facebook, Instagram, Youtube oder sonstigen Aktivitäten. Du wärst doch auch nicht mehr online, wenn du schon schlafen würdest 😉 Ergo, keine verschwendete Zeit.

  • Wenn du ewig auf sozialen Netzwerken rumhängen kannst, dann setz dir Fristen. Die meiste Zeit verbringen wir doch sowieso nur damit, auf Kommentare oder Antworten zu warten. Hab ich nicht recht?

  • Wartezeiten nutzen
    Wenn ich Nudeln koche, dann kommen sie in einen Topf mit kaltem Wasser und Salz – Deckel drauf – Timer auf 20 Minuten. Diese Zeit könnte ich wunderbar zum Schreiben nutzen. Und ich meine nicht nur Wartezeiten beim Kochen. Beobachte doch mal, wie viel Zeit du mit Warten verbringst – nur an einem Tag. Du wirst überrascht sein.

2. Nicht der richtige Ort

Hast du dann endlich Zeit zum Schreiben freigeschaufelt, taucht das nächste Problem auf: Der perfekte Ort zum Schreiben ist nicht da. Die Illusion vom Autoren, der im Café schreibt, ist sicher vielen Schreibern bekannt. Ausprobiert haben es wahrscheinlich wenige und noch weniger kommen damit klar.

Die Wahrheit ist, dass du, wenn du dich an die Tipps oben hältst, niemals innerhalb der freigeschaufelten Zeit in das nächste Café oder in den Park (oder was auch immer dir Romantisches vorschwebt) kommst, es sei denn, du wartest auf eine heiße Schokolade und bist schon vor Ort.

Und ganz ehrlich: Wer braucht schon den perfekten Ort zum Schreiben, wenn er Autor ist. In der Regel dauert es doch nicht lange und du bist in deiner eigenen Welt versunken. Und auch ein unordentlicher Schreibtisch sollte dich nicht am Schreiben hindern. Tauche in deine Geschichte ein und wenn du zurück bist, dann kannst du immer noch aufräumen.

3. Keine Ideen

Du hast Zeit und sitzt an irgendeinem Ort, fährst den PC hoch, wenn du nicht eben sowieso schon bei Facebook deinen Status geupdatet hast: „Ich schreibe jetzt.“ oder „Wer schreibt mit?“

Und fünf Minuten später antwortest du auf die Kommentare – Du hast dein Ziel erreicht: Du schreibst. Sogar mit anderen. Nur nicht an einer Geschichte. Und das ist das Problem.

Schaff dir ein Ideenglas an oder ein Notizbuch, das immer bei dir ist. Schreibe jede noch so kleine Idee auf. Vielleicht möchtest du auch ein Traumtagebuch führen, in dem du jedes noch so absurdeste Szenario festhältst.

Leider kommen die Ideen nicht unbedingt, wenn man aufs Papier oder den Bildschirm starrt. Du musst bereits wissen, was du schreiben willst.

4. Ich muss planen

Vor Verzweiflung fangen dann viele erst einmal an, zu planen. Sie erschaffen große Welten und planen sich so um den Verstand. Klar ist es toll zu wissen, wie die Welt genau aussieht und sicher brauchen viele die Planung, aber sie muss doch nicht in deine Schreibzeit fallen. Es gibt so viele Arbeiten, bei denen deine Hände das eine machen, dein Kopf sich aber mit etwas ganz anderem beschäftigen kann. Bitte nicht beim Autofahren, das könnte gefährlich werden. Aber beim Kochen, Bügeln, Staubsaugen, ja sogar beim Lesen können dir Dinge für deine Geschichten, Welten oder Charaktere in den Sinn kommen. Du denkst sie gut durch. Und bevor du sie wieder vergisst, schreibst du sie schnell auf.

Wenn du aber das Glück hast, über den Luxus zu verfügen, mit dem Bleistift in der Hand zu denken und dennoch genug Schreibzeit zu haben, dann tu es.

5. Wie fange ich an?

Der sagenumwobene erste Satz. Er muss perfekt sein. Er muss einfach und der Rest, der danach kommt, sollte auch wuppen, denn sonst legt der Leser das Buch weg und nimmt sich ein anderes mit in den Lesesessel.

Warum machst du dir zu viel Druck? Dein Buch ist noch nicht einmal geschrieben und du hast schiss, dass es keiner lesen will? Merkst du, wie unschlau das ist? 😀 Schreibe doch einfach deine Geschichte ab der zweiten Seite oder skizziere die Erste nur in Stichpunkten: Was soll passieren? Wer ist da? Was ist wichtig, deutet vielleicht sogar schon auf das Ende hin? Wenn du viel geplant hast, dann kannst du die Fragen bestimmt beantworten, wenn nicht ist das auch kein Weltuntergang.

Das Wichtigste ist für dich, in dem Moment, in dem dein Buch vielleicht nur eine Idee in deinem Kopf ist, dass du sie aufschreibst. Trau dich schlecht zu schreiben. Mach dir klar, dass es erst mal nur um die Story geht. Du hast noch so viele Möglichkeiten an der ersten Seite herumzudoktern. Aber was willst du mit der perfekten ersten Seite, wenn der Rest nicht mehr kommt?

Wenn du es schaffst, dann schreibe einfach, ohne nachzudenken, habe keine Angst, dass Müll dabei herauskommt, und überlasse den Feinschliff dem Autor, der das fertige Buch in den Händen, bzw. in einer Datei sehen kann.

6. Wie schreibe ich weiter?

Du hast eine Geschichte angefangen und weißt nicht mehr weiter? Vielleicht ist der Abstand von heute und dem Tag, an dem du zuletzt geschrieben hast riesig? Dann lies die Geschichte erst einmal in Ruhe bis zu dem Punkt, an dem du jetzt bist. Ändere nichts! Keine Grammatik, keine Rechtschreibung, keine Namen. Absolut gar nichts! Das Einzige, was erlaubt ist, dass du dir Notizen machst, aber auch nur höchstens am Rand oder als Kommentar im Dokument. Nicht im Fließtext, das könnte zu schnell in einer ersten Überarbeitung ausarten. Das wollen wir nicht.

Hast du die Geschichte wieder verinnerlicht? Idealerweise auch das Gefühl für die Stimmung zurückbekommen, dann schau dir an, was ich im 5. Punkt geschrieben habe. Ist jetzt ja im Prinzip das Gleiche. Es geht nur um die Story, überarbeitet wird später.

7. Meine Geschichte ist scheiße!

Keine Panik, an diesen Punkt kommt jeder Autor mal. Zweifel sind normal, und auch wenn es schwer ist, versuch weiter zu schreiben. Vielleicht hilft dir auch eine kleine Pause, aber übertreib es nicht. Denn je weiter du aus der Geschichte raus bist, desto schwieriger ist es, wieder reinzukommen.

Wichtig ist es, dass du dich entspannst und dich fragst, was ist an der Geschichte scheiße.

Ist sie scheiße geschrieben? Dann mach eine Aussage aus der Frage. Die erste Fassung ist nie perfekt. Du willst wahrscheinlich zu viel auf einmal und hast zu hohe Ansprüche. Deine Geschichte ist noch nicht fertig = du musst noch nicht überarbeiten!

Gefällt dir die Idee nicht mehr? Dann lass deine Geschichte ein wenig liegen. Aber das ist wohl in den seltensten Fällen so, denn du hast diese Geschichte ja schreiben wollen, also muss dich das Thema/die Idee mal gefesselt haben.

Scheint dir die Welt ein wenig schief zu sein oder die Charaktere nicht rund und in 3D? Dann hau dir an den Kopf, denn du bist schon wieder im Überarbeitungsmodus. Wenn du eine Geschichte hast, dann kannst du noch viel ändern, klar, wird das aufwendig und kostet Zeit, aber Zeit, in der du etwas zu tun hast, erscheint dir viel besser genutzt zu sein, als Zeit, die du nicht genutzt, auf deinem Stift gekaut, aufs Papier gestarrt oder auf Facebook rumgedaddelt hast. Und wenn du glaubst, dass du dennoch zu wenig Zeit zum Schreiben hast, schau dir den ersten Punkt noch mal an 😉

Schreibtipp: Tagebuch schreiben

Es muss kein klassisches Tagebuch sein. Man kann das Tagebuch zum Beispiel nur fürs Schreiben übers kreative Schreiben verwenden, ein Schreibtagebuch sozusagen.

Vorteile

  • Beim Schreiben in das Tagebuch kannst du neue Ideen entwickeln und dir auch deine Sorgen und Probleme, die auf deiner Seele liegen, loswerden.
  • Du kannst dich auch so richtig schön über deine Charaktere auslassen und später nachvollziehen, wie deine Geschichte entstanden ist, welche Gedanken du hattest und was du beim Nächsten mal anders oder genauso wieder machen möchtest.
  • Du hast auch nicht das eigentliche Dokument für deine Geschichte offen und damit die Hemmungen genommen einfach über irgendwas zu schreiben. Eine Schreibblockade kann eigentlich gar nicht entstehen, weil es total egal ist, was geschrieben wird.
  • Irgendwann kommst du vielleicht auf Ideen für deine Geschichte oder auch nicht. Was ja egal ist, denn wenn du einfach nur auf ein weißes Blatt gestarrt hättest, wäre auch nicht viel mehr dabei rumgekommen.
  • Und ein Riesenvorteil ist auch, dass schreiben gut tut. Warum gibt es denn sonst die Tradition des Tagebuchschreibens? Aber auch sie wurde erst im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelt.

Was kann hinein?

  • Von dem Anfänglichen Auskotzen über Ideenlosigkeit und Schreibblockaden über Diskussionen mit Charakteren bis hin zum Freuen über deinen Erfolg, kann dort alles drin stehen, was du willst.
  • Vielleicht hast du auch gerade Probleme, die dich vom Schreiben abhalten, weil du keine Ideen hast oder unter zu großem Druck durch andere Dinge stehst. Dann schreib sie einfach ganz zwanglos in dein Schreibtagebuch. So versinkst du nicht in Grübeleien und überlistest die Schreibblockade ganz einfach, denn du schreibst ja, ohne dir großartig Gedanken darüber machen zu müssen, was am Ende dabei heraus kommt. Es liest ja keiner außer dir 😉

Wie kann das ganze aussehen?

  • Du kannst einen Ordner auf deinem PC anlegen in dem sich dann der Reine Text befindet und vielleicht auch eine Tabelle mit deinen Wortzahlen und Notizen zu deinen Geschichten.
  • Genauso gut kannst du dir aber auch ein echtes Buch nehmen und es mit Buchstaben füllen. Beides hat Vor- und Nachteile.

Und nun, probiert es einfach mal aus und erzählt mir davon!
Eure Tinka 🙂

tagebuch

Es ist machbar, drei Romane in einem Jahr zu schreiben

Hallo ihr Lieben 🙂

Ein paar Blogbeiträge von Richard Norden haben mich inspiriert und herausgekommen ist ein Jahresplan, durch den man drei Romane schreiben kann.

Hier könnt ihr euch eine von mir erstellte Vorlage kostenlos und ohne Anmeldung runterladen.

Wie funktioniert es?

Das Jahr hat bekannterweise zwölf Monate. Wenn man davon ausgeht, dass jeder Roman geplant, geschrieben und überarbeitet wird, dann hat benötigt man zur Fertigstellung vier Phasen (die Dritte ist dabei diejenige, in der das Manuskript nicht angesehen wird). Die Arbeit an einem Manuskript kann man also grob auf drei Monate aufteilen. Und das Beste: In dem Plan ist so viel Platz, dass ihr die Phasen beliebig verlängern oder verkürzen könnt.

Die erste Seite habe ich Jahresplan genannt. Dort könnt ihr die Titel der Projekte eintragen, den Umfang und den Status (Planen, Schreiben, Ruhemodus oder Überarbeiten). In der zweiten Tabelle auf der Seite Jahresplan habe ich eine kleine Übersicht skizziert. Ihr seht, dass ihr jeden Monat im Jahr nur mit einer Aufgabe beschäftigt seid. Und ihr könnt auch erkennen, dass sogar schon ein viertes Projekt eingeplant ist.

Aber von vorn:

Ihr könnt mit dem ersten Projekt direkt im September 2014 anfangen. Der erste Monat ist nur dazu da, um zu planen. Für Plotter ist die Zeit wichtig und wertvoll. Discovery Writer (also entdeckende Schreiber) können in dieser Zeit schon schreiben, ihre Figuren kennenlernen. Ich bin eher ein Discovery Writer und von mir kann ich sagen, dass ich keinen ganzen Monat zur Planung brauche. Daher kann man auch schon im September anfangen, das Manuskript zu schreiben.

Der folgende Monat ist der eigentliche Schreibmonat für das erste Projekt: Oktober 2014. In dieser Zeit könnt ihr schreiben, was das Zeug hält. Es ist auch nicht schlimm, wenn ihr den Schreibmonat verlängert. Im Folgenden habt ihr ja drei Monate, in denen ihr euer Projekt nicht anzusehen braucht. Vielleicht benötigt ihr nicht die ganzen drei Monate, denn in der Zwischenzeit beschäftigt ihr euch schon mit dem nächsten Projekt und dadurch solltet ihr genügend Abstand zu Projekt Nummer eins bekommen.

Der November ist im Jahr 2014 noch frei. Hier könnt ihr ein Projekt für den NaNoWriMo schreiben, wenn ihr möchtet oder einfach mal eine Runde chill’n, denn die nächsten Monate sind wieder ausgeplant 😉

Im Dezember 2014 geht es dann mit dem Projekt zwei so richtig los. Wieder könnt ihr Planen, Notizen machen, eure Figuren kennenlernen, eben alles, was ihr zur Vorbereitung auf das „richtige“ Schreiben braucht. Der Januar 2015 wird dann wieder zum Schreiben genutzt. Auch hier steht es euch schon frei, ob ihr bereits im Dezember damit beginnt oder/und den Januar zum Schreiben verlängert und parallel zum Überarbeiten vom ersten Projekt im Februar 2015 noch schreibt.

Der Februar ist dann zur Überarbeitung von Projekt eins gedacht. Aber auch hier seid ihr flexibel, denn ihr könnt zur Abwechslung schon im Januar mit der Überarbeitung beginnen oder parallel zur Planung von Projekt drei noch überarbeiten. Ich habe schon häufig gelesen, dass die Überarbeitung zeitaufwendiger ist, als das Schreiben an sich. Leider habe ich in dem Bereich noch nicht allzu viel Erfahrung und auch keine Methode gefunden, in der ich schon rouitiniert genug bin, um sie euch zu diesem Zeitpunkt vorzustellen.

Weiter geht es im März 2015 mit dem Planen von Projekt Nummer drei, das dann im April 2015 geschrieben wird.

Im Mai 2015 folgt die Überarbeitung eures zweiten Projekts. Im Juni 2015 könnte dann die Planung für das vierte „Bonus“Projekt folgen (ich habe es nicht zu den Romanen, die man in einem Jahr schreiben kann, dazu gezählt, weil die (erste) Überarbeitung nicht innerhalb dieses einen Jahres (laut Plan) geschafft wird. Natürlich braucht es mehrere Überarbeitungsschritte, um zum fertigen Romanmanuskript zu gelangen. Aber in einem Jahr drei Projekte zu haben, die zumindest einmal überarbeitet wurden, ist schon ein ordentliches Stück. Im Juli 2015 kann dann das vierte Projekt geschrieben werden.

Um das Jahr abzuschließen, wird dann im August 2015 das dritte Romanmanuskript überarbeitet.

Bis hierher war es erst einmal die grobe Planung. Auf der nächsten Seite der Tabelle seht ihr eine Übersicht, in der ihr euren täglichen WordCount in die entsprechenden Felder eintragen könnt. Auch diese Tabelle beginnt im September, sodass ihr direkt in euer Schreibjahr starten könnt. Unter dem jeweiligen Monat habe ich eine Formel eingefügt, die euch die Wortzahl in dem Monat ausrechnet. Ganz oben rechts befindet sich dann die Wortzahl, die ihr in dem Jahr geschrieben habt.

Die nächsten drei (vier) Tabellenblätter sind die einzelnen Seiten für eure Projekte. Oben könnt ihr den Titel und Umfang eures Projektes eintragen. Dabei steht es euch frei, ob ihr die Anzahl der Seiten, Wörter oder Zeichen eintragt. In der Tabelle darunter habe ich die Phasen eingetragen, in denen sich dann euer Projekt befindet und die Monate zugeteilt. In die Spalten darunter könnt ihr eintragen, was ihr wollt: geschriebene Wortzahlen, überarbeitete Seiten, die Zeit, die ihr mit eurem Projekt verbracht habt, Notizen zum Projekt oder zur Arbeitswiese, wie es euch an dem Tag ging, …

Natürlich ist dieser Plan ziemlich straff und diejenigen, die nicht allzu viel Freizeit haben, sich um ihre Kinder kümmern müssen, viel Arbeiten, usw. … können das vielleicht auch gar nicht schaffen. Aber in der Theorie, wenn man sich am Tag ein paar Stunden freinehmen kann und die Phasen noch in die anderen Monate hineinschiebt, dann könnte es klappen. Wie gesagt, das ist alles nur theoretisch, ich habe diesen Plan noch nicht ausprobiert, aber ich war im letzten Jahr ziemlich faul und habe zumindest die Rohfassung von drei Romanen geschrieben.

So, dann hoffe ich, dass euch der Plan ein wenig helfen kann und wünsche euch viel Spaß damit 🙂

Eure Tinka

[Qick-Tipp] Schreibgruppen

[Edit: Dieser Beitrag ist am 19. Mai 2014 auf meinem Blog erschienen, aber dennoch aktuell]

Gerade hat mich die Pauli angestupst und gesagt: Schreib mal was über die Schreibgruppe, als Antwort auf meinen Beitrag. Dann erfülle ich ihr gern den Wunsch.

Dieser Artikel ist also Paulina Bordihn, auch Pauli oder Pulli genannt, gewidmet.
– Tinka

Tipp

Versucht euch in Schreibgruppen zusammen zurotten.

Vielleicht findet ihr jemanden, der eine Schreibgruppe leitet oder ihr ergreift selbst die Initiative und sucht euch Leute, die gerne schreiben. Vielleicht könnt ihr hier mal rumfragen. Das ist meine Gruppe auf Facebook in der sich einige Schreiber tummeln. Fragt einfach mal nach Interesse 😉

Gestern war ich das erste Mal in Biancas Schreibgruppe dabei. Zuerst hatte ich ein wenig Angst, dass ich den Ansprüchen nicht gerecht werden kann, aber alles in allem war es eine sehr nette und interessante Runde.

Ich wusste eigentlich gar nicht, was auf mich zukommt. Die Sitzung gerstern war der Praxisteil zu der vergangenen Woche und Bianca ließ uns bis zuletzt im Dunkeln tappen.

Das Thema war Discovery Writing und so bekamen wir von Bianca, nachdem jeder ein Resüme über die Diskussion der vergangenen Woche (ich hatte die Möglichkeit diese nachzulesen, weil ich ja nicht dabei war), Writing Promts. Sieben an der Zahl von denen wir uns eines aussuchen konnten. Und dann sollten wir schreiben, dazu hatten wir dreißig Minuten Zeit. Wir durften Plotten, da festgestellt wurde, dass Plotten auch in Form von Discovery Writing stattfinden kann, und Schreiben.

Bei meinem Writing Promt: „Fange an mit: Die Welt geht unter“ hatte ich direkt ein Bild vor Augen und meine Gedanken schrieben die Geschichte schon. Ich muss sagen: leider hatten wir nachdem wir die Writing Promts bekommen hatten noch ca. 10 Minuten Zeit. Zu lange für meine Finger – sie wollten direkt loslegen 😀

Und dabei heraus kam dieser Text. Ich habe ihn nur in Sachen Rechtschreibung und Tippfehler überarbeitet, alles andere ist original.

Im Anschluss haben wir noch über die Übung geredet.

Schreibgruppe: pro

  • Du lernst Leute kennen, die genauso wie du das Schreiben lieben.
  • Du bekommst das Gefühl, dass du nicht alleine bist.
  • In einer Gruppe kann man sich gegenseitig unterstützen und auch Texte der anderen lesen und kommentieren.
  • Jeder von euch lernt dazu, wenn er die Texte von anderen liest und kommentiert und auch Anmerkungen von anderen einarbeitet.
  • Es gibt einen Tipp für Autoren, der beinhaltet, dass man seine Geschichte nicht der Familie (oder Freunden) zeigen und konstruktive Kritik erwarten sollte.

Schreibgruppe: contra

  • Es kann eine ganze Weile dauern, bis du eine Gruppe findest. Nicht die erstbeste muss gleich die Richtige sein.
  • Ich habe in dem Schreibratgeber von James N. Frey gelesen, dass es verschiedene Schreibgruppen mit unterschiedlichen Ansprüchen gibt. Manche wollen nur „hohe“ Literatur produzieren und protzen herum, andere reagieren bei wirklicher Kritik empfindlich und wollen nur in den Himmel gelobt werden. Also, schaut euch um, irgendwann kann jeder Leute finden, die zu ihm passen und es können auch Freundschaften entstehen.
  • Meistens findet man Leute, die schreiben (besonders als schüchterner und menschenscheuer Autor, wie es wahrscheinlich die Meisten sind) nicht unbedingt in der näheren Umgebung. Was bleibt ist das Internet. Doch dies macht die Kommunikation schwerer, weil ein wichtiger Bereich fehlt: die nonverbale Kommunikation. Ich denke, jeder kennt das Problem mit missverstandenen Smilies 😉

Mein Fazit

Wenn ihr eine Schreibgruppe gefunden habt, dann müsst ihr einerseits mit der Qualität zufrieden sein. Sie muss euch persönlich für euer Schreiben etwas bringen. Was nutzen Kaffeekränzchen und Pläuschchen in gemütlicher Runde? Das bringt niemanden voran und ist nur Pseudogehabe. Andererseits müsst ihr euch aber auch wohl fühlen. Ihr müsst ohne Angst eure Meinung zu den Texten anderer geben können, ohne dass diese gleich beleidigt sind. In einer guten Schreibgruppe wird sich nicht persönlich angegriffen und konstruktive Kritik gegeben, die man annehmen kann oder eben auch nicht. Hört dabei auf jeden Fall auf euer Bauchgefühl. Es sind eure Geschichten, die die anderen Mitglieder zu Gesicht bekommen – im Idealfall sind sie wie eure Babys.

Was sagt ihr dazu?

Meine Pro- und Contra-Liste ist natürlich nur eine kleine Auswahl der Punkte, die mir eingefallen sind. Gibt es für euch noch Dinge, die wichtig sind, um euch einer Schreibgruppe anzuschließen? Oder was hindert euch daran einer solchen Gruppe beizutreten? Was sind eure Erfahrungen?

Es grüßt euch eure Tinka

Schreibratgeber – Unverzichtbar oder Hinderlich?

Vor einem halben Jahr habe ich gesagt „ Ich werde niemals, never ever in the world, einen Schreibratgeber lesen!“, weil ich der Meinung war, dass Schreibratgeber den eigenen Stil und die Ideenvielfalt eingrenzen würden. Durch den Podcast der Schreibdilletanten und verschiedene Berichte in sozialen Netzwerken wurde ich darauf aufmerksam, dass es anscheinend drei Schreibratgeber von Frey und einen von Stephen King gäbe, die einen eben nicht so einengen. Und das stimmt auch – wenn man weiß, wie man solche Werke kritisch und reflektiert zu lesen hat. Auch wenn beide Autoren mehrmals darauf hinweisen, dass es ihre Meinung ist und King schreibt, dass man keine Schreibratgeber ( auch seinen eigenen) braucht, habe ich den Eindruck, dass viele glauben, dass man es nur so machen kann, wie es in den Ratgebern empfohlen wird.

Und das sind die Schreibratgeber – Empfehlungen. Mehr können und wollen die Ratgeber von King und Frey gar nicht sein, da sie auch nicht komplett durchexerzieren, wie man einen Roman schreibt, sondern Hilfestellungen oder Anregungen zu bestimmten Problematiken beim Schreiben geben.

Frey beschäftigt sich vor allem damit, wie man einen Roman planen kann und was es für bewährte Handlungsmuster gibt.
King zeigt auf, wie er Romane schreibt, vollkommen anders als Frey, und wie man gut überarbeiten kann. Vor allem letzter Punkt hat mir von den vier Werken am meisten geholfen.

Dass man nicht alles glauben darf und sollte, zeigen aber Aussagen von Frey, in denen er behauptet (was auch durchaus stimmen kann), dass der Antagonist den Roman vorantreibt und die Geschichte vorlegt usw, aber erst in „The Key“, also dem dritten Teil seiner allgemeinen Schreibratgeber, ein Konzept zum Entwurf von Antagonisten zeigt. Auch King verstrickt sich ein wenig in widersprüchliche Aussagen. Zum einen schreibt er, dass jeder so schreiben kann und soll wie er möchte, aber Adverbien und bestimmte Inquitformeln gehen natürlich ganz und gar nicht Auch Kings Plottmethode ist eher metaphysisch – Ich habe sie verstanden, weil ich schon vorher so gearbeitet habe, aber jemand, der nicht so tickt, wird damit wohl kaum etwas anfangen können.

Die Ratgeber haben mir geholfen, aber ich denke auch, dass man sie nicht unbedingt braucht. Man macht sich aber sicherlich vieles leichter. Freys Weg ist sicherlich solider und bodenständiger und führt vielleicht eher zum Erfolg, aber King ist eher etwas für wilde und freie Geister wie mich, wobei Kings Vorlage zum Überarbeiten von Texten sicherlich wesentlich besser und anschaulicher ist.
Ich glaube zum jetzigen Zeitpunkt nicht, dass ich noch weitere Ratgeber lesen werde und denke, dass ich jetzt über die nötigen Grundwerkzeuge verfüge.

Edit: Ich empfehle die Bücher als Papierbuch zu kaufen, um Anmerkungen machen und leichter nachschlagen zu können. Ich habe den Ratgeber von King als Kindle-Version und habe heute ewig zum Nachschlagen gebraucht.

Wie haltet ihr es mit Schreibratgebern? Schreibt es in die Kommentare ;D

Schreibtipp #4

Ich habe wieder ein paar kleine Schreibtipps für euch, die mir in letzter Zeit beim Schreiben begegnet sind:

Schreibmonate
Schreibmonate sind echt eine super Sache. Finde ich zumindest. Vor allem die offiziellen, weltweiten haben eine besondere Magie, die einen förmlich mitreißt. Durch die Gemeinschaft ist so viel möglich. Gegenseitige Unterstützung ist wirklich goldwert.
Ich glaube, vielen Schreibern gibt es Motivation zu wissen, dass sie nicht alleine schreiben. Natürlich schreibt jeder für sich allein, es sei denn, man trifft sich real life in einer Schreibgruppe. Aber auch durch das Internet kann man sich in Gruppen zusammentun und zu bestimmten Zeiten schreiben, auch wenn gerade kein offizieller NaNo ist.

Wenig denken – Viel schreiben
Wenig denken und viel schreiben ist in den Schreibmonaten wichtig, wenn man sich eine bestimmte Wortzahl vornimmt. Das Denken setzt dann bei der Überarbeitung ein. Für manche ist es sehr hilfreich für den Moment des Schreibens die Verantwortung abzugeben. Rechtschreibfehler, Ausdruck oder lustige Wortneufindungen kann man später immer noch ändern. Man kann sogar einzelne Szenen wieder streichen, wenn sie doch nicht in die Geschichte passen.
Für manche ist es jedoch unbefriedigend zu wissen, dass sie schlecht schreiben. Doch auch das schlecht Schreiben ist ein viel genannter Tipp in Schreibratgebern, muss jedoch auch geübt werden. Ich denke, dazu sind auch Schreibmonate super geeignet – aber treffen nicht bei jedem auf Begeisterung.

Es gibt keine perfekte Rohfassung.
Darüber sollte sich vielleicht jeder klar werden. Und wer schon viele längere Projekte angefangen hat zu schreiben, der weiß: Wenn man immer wieder den ersten Satz oder Absatz korrigiert, dann kommt man nicht voran. Vielleicht bleibt die Geschichte dann irgendwann liegen, weil man einfach keine Zeit mehr hat. Und da können Schreibmonate helfen, wenn man weiß, wie eine Geschichte endet. Man schreibt sie einfach aus dem Kopf und trägt sie nicht mehr länger mit sich herum – im schlimmsten Fall verliert man sie völlig aus dem Blick. Erst einmal aufschreiben. Und dann kann man immer wieder überarbeiten, so oft man will, bis man vielleicht ansatzweise glücklich damit ist.

Stil ändern – auch wenn du schon eine klare Vorstellung von dem hast, wie deine Geschichte aussehen soll
Dieser Tipp ist mir bei meinem aktuellen Projekt eher zufällig begegnet. Und dafür muss man akzeptiert haben, dass der erste Entwurf nicht perfekt sein kann.
Ich wusste genau, dass die Geschichte in einem bestimmten Stil geschrieben sein soll – aber irgendwann kam ich nicht mehr weiter. Bei dem speziellen Stil in meiner Geschichte handelt es sich um Tagebucheinträge. Ich schreibe zwar selbst ab und an Tagebuch, aber es ist schwierig eine Geschichte auf diesen Stil zu übertragen. Ich musste ziemlich abstrakt denken: [kursiv] Was ist passiert? Was schreibt sie nicht in ihr Tagebuch? Was schreibt sie in ihr Tagebuch? In welcher Verfassung ist sie während sie schreibt? Wie viel Zeit vergeht zwischen den Einträgen und was passiert da? [kursiv ende] Eine ziemlich schwierige Sache für mich. Ich kann zwar abstrakt denken, hätte es vielleicht auch so hinbekommen, aber das, was ich täglich geschrieben habe, war mir einfach zu wenig, ich habe mir gequält und es ging zäh voran. Dann habe ich in meinen gewohnten erzählenden Stil gewechselt, habe aber schnell gemerkt, dass ich einige Dinge geschrieben habe, die später überhaupt nicht wichtig sind. Und ohne großartig darüber nachzudenken und ohne es auch wirklich bewusst zu merken, habe ich angefangen meine Hauptperson zu interviewen. Ich habe ihr Fragen gestellt und sie hat geantwortet. Dadurch habe ich sie viel besser kennengelernt. Da ich nur mit einem ganz groben Plot anfange zu schreiben und meine Figuren mir erst durch die Geschichte vertraut werden.

Tinka

Schreibtipp #4: Der Alltag eines Autors

Zeitfresser Fernseher

Der beste Freund des Menschen. Ok… Zumindest einer der besten Freunde neben Hund und Kühlschrank.

Aber was macht den Fernseher zu so etwas Besonderem?
Man kann Stunden vor ihm verbringen und schön rumgammeln; seine Lautstärke ändern, wenn die Nachbarn mal wieder lauter sind. Und auch Abende mit Freunden verbringen ohne viel sagen zu müssen. Er ist da, wenn man ihn braucht und mit ihm lassen sich mitunter auch interessante Dinge in Erfahrung bringen. Zudem kann man dort ganz bequem ohne einen Besuch bei Saturn oder eine Bestellung bei Amazon seine Lieblingsserien sehen. In der Werbung erfährt man etwas über die neusten Angebote im Supermarkt. Man bleibt dank Nachrichtensendern und Sendern wie zum Beispiel RLT immer informiert über das Weltgeschehen und den neusten Promitratsch.

Und wozu braucht man ihn wirklich? Im Grunde genommen erfüllt er seinen Zweck nachhaltig und pflichtbewusst. Die Serien halten einen vorm Fernseher; das geht manchmal soweit, dass man seinen Tagesplan danach richtet. Jeder kennt sicher den Satz: „Heute abend gehts nicht, da guck ich GZSZ. Vielleicht am Wochenende?“ Oder wenigstens so ähnlich. Und das Gefühl, dass man politisch, wirtschaftlich und auf welche Art noch auf dem Laufenden bleiben muss, hält einen an der Kiste. Aber muss man das wirklich?

Ich lebe seit mittlerweile fast sieben Monaten ohne Fernsehanschluss. Der Fernseher ist für mich vom Prinzip her nur Dekoration oder falls mich mal die Serien- oder Filmwut überfällt da, um sie zu befriedigen. Von Nachrichten war ich noch nie der große Fan, wahrscheinlich sind sie größtenteils eh nur Fiktion und nur bei wenigen Sendern sachlich recherchiert. Obwohl ich bei der Meldungsvielfalt und Schnelligkeit von Journalisten bezweifeln möchte, dass sie überhaupt die Zeit haben, alles genaustens zu überprüfen. Gibt es etwas wichtiges auf der Welt, dann ist Facebook eine zuverlässige Quelle für Informationen; vielleicht auch nicht immer genau recherchiert, aber wenigstens gut dosiert und gefiltert 😉

Aber mal ehrlich: Was kann das Fernsehen einem Autor schon bieten? Das Meiste, das man dort geboten bekommt ist Müll. Man merkt beim zusehen, wie man verblödet und trotzdem schaut man weiter. Ausgenommen sind Sender, die wirklich noch wissenswertes übermitteln, aber auch die Informationen findet man bei einer gezielten Recherche im Internet. Dazu kommt die Dauerbeschallung von Werbung, die mittlerweile unverschämt lang hinausgezögert und ausgeweitet wird.
Für mich hat das Fernsehen gar keinen wirklichen Reiz mehr, lieber greife ich gezielt auf informative Videos bei YouTube zurück und wenn es mich doch einmal reizt und ich mich auf Trash-TV einlassen will, gibt es immer noch RTL-Now. Und der Erfolg gibt mir Recht, wenn man es als Erfolg bezeichnen möchte, dass ich in meiner Zeit ohne Fernsehen bereits ein Romanmanuskript beendet habe und meine Produktivität steigert sich in der Hinsicht immer weiter.
Unter Entzugserscheinungen leide ich nicht, vielleicht verbringe ich immer noch zu viel Zeit mit Facebook, aber wenigstens habe ich den Zeitfresser Fernsehen aus meinem Leben eliminiert und ich empfehle es jedem Autor weiter, aus Überzeugung.

Über den Sinn von Serien für Autoren sprechen auch die SchreibDilettanten: Hier gehts zur Folge.

Eure Tinka

Schreibtipp #3: Aus Büchern lernen

Fische kennen keinen Ehebruch- Carl Aderhold

Eine Freie Fahrt ins Glück und zur großen Liebe.
Für Valérie hat die Sitzung bei der Typ-Beraterin ungeahnte Folgen: Ihr Gatte ist sauer – er hätte lieber die Frau behalten, nach der kein Mann sich umdrehte. Auch Valérie selbst zweifelt: Ist sie nun wirklich schön und elegant wie ihre Filmheldin Julia Roberts? Auf dem Weg zur Bushaltestelle macht ein fremder Mann ihr Komplimente; sie ist völlig perplex. Wie in Trance fährt sie zum Bahnhof statt zur Arbeit, steigt in den ersten Zug – und nimmt von ihrem bisherigen Leben eine Auszeit. Der Beginn einer ungewöhnlichen Reise zu vergessenen Träumen und zu sich selbst…”

Dieses Buch habe ich aus dem Regal gezogen ohne den Titel zu lesen. Nur wegen der Farbe des Covers. Seltsam. Ich habe es direkt ungedreht und die Rückseite gelesen und entschieden es kommt auch mit. Erst im Zug habe ich dann den Buchtitel gelesen und fand ihn irgendwie witzig.

Gut, ich hatte also eine gewisse Erwartung an das Buch, die es leider nicht erfüllen konnte. Beim Lesen des Klappentextes habe ich erwartet, dass hier die persönliche Wandlung einer Frau beschrieben wird mit Gefühlen und Gedanken. Sie steht zwar im Mittelpunkt, doch es gibt viele weitere Figuren, deren Geschichte erzählt wird. Daher finde ich den Klappentext etwas irreführend.

Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten in das Buch hinein zufinden. Es gibt viele lange Sätze. Nichts gegen lange Sätze, ich mag und verwende sie auch in meinen eigenen Geschichten, aber ich habe beim Lesen häufig den Überblick verloren und habe ein und den selben Satz bis zu drei Mal von vorn lesen müssen um ihn zu verstehen. Desweiteren gab es zwei Charaktere, die eher eine Nebenrolle gespielt haben, dennoch wichtig waren, die ich beim Lesen absolut nicht unterscheiden konnte. Am Ende wurde es mit den beiden dann besser.

Dann gab es Passagen, die ziemlich wissenschaftlich waren, was ja an sich nicht schlecht ist. Allerdings wurde an einer Stelle eine Meinungsverschiedenheit von zwei Wissenschaftlern beschrieben, die ich nur gelesen habe um voran zukommen, verstanden habe ich aber nicht, worum es ging. Die Szene habe ich nur gelesen um des Lesens Willen. Ich glaube, es war einfach zu fachspezifisch, nicht mein Fach, und sich extra wegen der zehn Zeilen ins Thema ein zuarbeiten fände ich übertrieben.

Am Anfang war ich ein wenig, nicht enttäuscht, aber ich habe mich gewundert, dass das Buch nicht sehr dick ist, bei dem was eigentlich passieren sollte. Als ich beim Lesen dem Ende näher kam, war ich ganz froh, dass das Buch nur 284 Seiten hat.

Nachdem ich merkte, dass ich das Buch insgesamt nicht so toll finde, habe ich ein bisschen mehr darauf geachtet, was mich stört und was ich für mich aus einem schlecht geschriebenen Buch lernen kann:

  • Den Klappentext vom Buch sollte man möglichst genau verfassen.
  • Lange Sätze können dem Leser Schwierigkeiten bereiten. (Hier gibts Infos zum langen Satz)
  • Auch Nebencharatere wollen eine Identität haben und einzigartig sein, damit sie nicht mit anderen verwechselt werden.
  • Fachsimpeln in Geschichten – Kann schwierig sein, muss aber nicht. Solche Szenen sollten auch für nicht-Experten verständlich sein, aber sie auch nicht für dumm verkaufen.

Vielleicht helfen euch diese Anregungen weiter. Ich glaube, sie zeigen gut, wie wichtig es ist Alpha- und Betaleser zu haben, denn sie können auf einige Punkte achten, die einem selbst als Autor nicht unbedingt auffallen.