[Ankündigung] Schreiben nach Punkten

Hallo ihr Lieben!

Seit einigen Monaten habe ich schon herum experimentiert und versucht einen Weg zu finden, wie ich mich selbst zum Schreiben motivieren kann. Wer schon einmal an einem Schreibmonat teilgenommen hat, der hat vielleicht auch gemerkt, wie motivierend das ist, gemeinsam zu schreiben.

Mit meinem Plan habe ich einen Zwischenweg gefunden und möchte euch auffordern mitzumachen.

Wie funktioniert das?

Ihr kennt das eigentlich schon so ähnlich aus der Schreibmotivation-Schreibinspirations Gruppe auf Facebook. Jeden Tag hat Ben eine Schreibaufgabe gepostet mit einem festgelegten Wortziel. Da aber nicht jeder jederzeit an seinem Projekt schreibt und auch nicht alle das vorgegebene Ziel erreichen konnten, habe ich mir „Schreiben nach Punkten“ überlegt. Dabei wird nicht nur das Schreiben sondern auch das Planen und Überarbeiten eingerechnet. Das System ist sehr einfach und ihr könnt jeden Tag neu anfangen, Punkte zu sammeln.

Der Dezember wird ein Testmonat sein, daher bin ich auf eure Rückmeldungen gespannt und offen für Änderungen.

Das Punktesystem

Wie Stephen King schon sagte „The scariest moment is always just before you start.“ Also wird auch beim „Schreiben mit Punkten“ schon der Moment mit einem Punkt belohnt, an dem du anfängst an deiner Geschichte zu arbeiten (ob du nun schreibst, überarbeitest, ein Cover erstellst oder planst ist dabei völlig egal). Jede viertel Stunde (15 Minuten), die du an deinem Projekt arbeitest, bringt dir ganze zwei Punkte ein. Für jede Stunde (60 Minuten), die du voll machst, gibt es drei Bonuspunkte.

Beispiel:

1. Du hast an einem Tag 50 Minuten an deinem Projekt gearbeitet, dann bekommst du einen Punkt, weil du angefangen hast + 6 Punkte für drei mal 15 Minuten (=45 Minuten). Das macht für diesen Tag insgesamt 7 Punkte.

2. Du hast an einem Tag 135 Minuten an deinem Projekt gearbeitet, dann bekommst du einen Punkt, weil du angefangen hast + 18 Punkte, weil du 9 mal 15 Minuten gearbeitet hast (135/15=9 mal 2 Punkte) + 6 Bonuspunkte, weil du zwei Stunden vollgemacht hast (135/60=2,25 mal 3 Punkte). So hast du dir für 2 Stunden und 15 Minuten 25 Punkte erarbeitet.

Was ist das Ziel?

Für mich ist das Ziel, mehr Zeit in meine Projekte zu investieren. Ich habe lange überlegt, ob ich vielleicht für das Planen und Überarbeiten andere Werte ansetzen soll, bin aber zu dem Entschluss gekommen, dass sich so die Punkte untereinander besser vergleichen lassen. Besser noch als die Wortzahlen im NaNo, denn jeder Schreibt unterschiedlich schnell, hat am Tag jedoch die gleichen 24 Stunden zur Verfügung. Natürlich weiß ich, dass diese Zeit von jedem unterschiedlich gefüllt wird, aber wer sich überwindet, wenigstens einen kurzen Gedanken für sein Projekt zu ver(sch)wenden, der kann in einem Jahr auch 365 Punkte zusammen bekommen.

Es ist nicht wichtig, wie viel man an einem Tag schafft, es ist wichtig regelmäßig an seinen Projekten zu arbeiten. „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ 😉

Wie sieht denn jetzt das Ganze in der Praxis aus?

Ich werde jeden Tag einen Beitrag in der Gruppe posten. Darunter kommentiert ihr dann eure Punktzahl für den Tag. Sollten im Laufe des Tages noch Punkte hinzu kommen, dann kommentiert ihr einfach + und die entsprechende Punktzahl (dann weiß ich Bescheid und kann die Punkte im Dokument einfach addieren).

Ich werde ein Googledokument erstellen, in das ich dann eure Namen und Punkte regelmäßig eintragen werde. Ihr werdet euch das Dokument ansehen, aber nicht bearbeiten können. Das Dokument wird dann in der Facebookgruppe verlinkt 😉

Zusätzlich gibt es hier ein PDF, das ihr euch runterladen, ausdrucken und in dem ihr eure Punkte selbst eintragen könnt.

Schummeln?

Ganz ehrlich, wer schummelt, der trickst sich doch selbst aus. Klar, vielleicht ist er dann weit vorne mit seinen Punkten, aber was bringt das, wenn er in Wirklichkeit gar nicht mit seinem Projekt weiter kommt? Ich kann nicht überprüfen, ob jemand die richtige Punktzahl angibt und will es auch gar nicht. Es liegt in eurer Hand. Und wenn ihr kein Buch veröffentlicht, dann macht es jemand anderes an eurer Stelle. Glaubt mir, es wird keiner merken 😀 (Natürlich gilt das auch für Hobbyschreiber. Am Ende ist es frustrierend, sich selbst zu belügen.)

Feedback!

Schreibt mir bitte unbedingt, was ihr von der Idee haltet, und was ich verbessern kann.

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50k5d-Challenge · meine Erfahrungen und Tipps

Hallo ihr Lieben 🙂

Während des Camp NaNoWriMo im Juli habe ich mich das erste Mal an der 50k5d-Challenge versucht und sie auch geschafft. Das Ziel der Challenge ist es, 50.000 Wörter in 5 Tagen bzw. 10.000 Wörter an einem Tag zu schreiben.

Das erste Mal von der 50k5d-Challenge habe ich im NaNoWriMo 2013 gehört. Einige Leute, die mitgemacht haben, wurden als verrückt bezeichnet und ihnen wurde vorgeworfen, doch in dem Tempo gar nichts Vernünftiges schreiben zu können. In den NaNo-Statistiken rannten sie allen anderen davon, was einen ziemlichen Wirbel bei einigen anderen Teilnehmern verursachte.

Eines vornweg: Es ist hammerhart. Aber auch du kannst es schaffen.

Ich habe ein paar Tipps für dich, die dir helfen können, das Ding zu wuppen.

  1. Planung: Ich glaube, das ist das Wichtigste. Beim „normalen“ Schreiben kann es helfen, beim NaNo ist es eine große Hilfe, doch bei der 50k5d-Challenge ist es eine der Grundvoraussetzungen. Nimm dir ein Buch und nimm die ersten 5% der Seiten in deine Hand. In diesen 5% passiert wahrscheinlich ziemlich viel und es ist sehr anstrengend sich die Handlung aus den Fingern zu saugen. Es schreibt sich einfach leichter, wenn man vorher einen Plan hat, wo die Reise hingeht und was als Nächstes passiert.
  2. Zeit: Du wirst mehrere Stunden am Tag vor deinem PC verbringen (ich nehme mal an, dass es kaum einer wagt, diese Challenge mit der Hand zu bestreiten). Blöd, wenn du nebenbei Arbeiten, zur Uni oder in die Schule musst. Mache diese Challenge nur, wenn du wirklich den größten Teil des Tages Zeit hast. Ich habe an den fünf Challengetagen täglich mindestens 6 oder 7 Stunden geschrieben.
  3. Dein Team: Im Team ist es immer leichter zu schreiben, diese Erfahrung hast du wahrscheinlich schon gemacht, wenn du einmal den NaNo mitgemacht hast oder eine feste Schreibgruppe hast, in der ihr regelmäßig schreibt und euch anspornt. Es gibt Schreibspiele, die etwas Schwung und Abwechslung in die Angelegenheit bringen, zum Beispiel WordWars oder Schreibtouren.
  4. Dein Alltag: Wenn du bis zu sieben Stunden am Tag schreibst und dann noch acht Stunden schläfst, bleibt für die alltäglichen Dinge nicht mehr viel Zeit. Versuche vorher Einkäufe zu erledigen, besorge dir Nahrung, die gut für den Kopf, aber nicht zu aufwendig in der Zubereitung ist. Lebt man alleine, dann ist es einfacher, den Haushalt für ein paar Tage links liegen zu lassen, mit einem Lebenspartner kann man einen Deal abschließen, aber mit Familie und Arbeit wird es schon schwieriger. Vielleicht könnt ihr da was drehen, eure Familie nimmt Rücksicht auf euch oder ihr nehmt euch ein verlängertes Wochenende 😉
  5. Das Schreiben: Wie im NaNo gilt es besonders während der Challenge, den inneren Kritiker auszuschalten. Am Anfang ist es schwer, Tippfehler oder komische Satzkonstruktionen stehen zu lassen. Glaubt mir, irgendwann seid ihr wirklich im Flow. Und das Überarbeiten macht fast doppelt so viel Spaß, weil ihr während der Challenge wirklich lustige Sätze fabriziert.
  6. Bonus: Mit Bonus meine ich Dinge, die euch das Schreiben erleichtern können. Für mich war meine Handcreme sehr wichtig, weil ich durch das Tippen trockene Hände bekommen habe. Mein Fehler war es auch, dass ich mich mit dem Laptop ins Bett gelümmelt habe. Das Ergebnis waren Rückenschmerzen. Durch Bewegung könnt ihr ihnen vorbeugen – ich meine an der frischen Luft, denn so kommt auch ebenso frischer Wind in eure Gehirnwindungen. Nervennahrung ist immer gut. Man kann nebenbei etwas knabbern und die Hände sind auch mal abseits der Tastatur mit etwas beschäftigt. Aber nicht übertreiben 😉

mein Fazit zur Challenge

Auf jeden Fall hat mir die Challenge sehr viel gebracht. Der Rausch, wenn man von sich sagen kann, man habe eine Novelle von 50.000 Wörtern in 5 Tagen geschrieben, ist schon ein sehr beflügelndes Gefühl. In einem Team, in dem man sich gegenseitig pusht, ist das noch besser, wenn man sich gemeinsam ins Ziel tippen kann und Nachzügler anfeuert. Man geht über die Grenzen, von denen man eigentlich gedacht hatte, sie wären unüberwindbar. Es ist wie ein Rausch – nur viel produktiver.

Leider muss ich auch sagen, dass dieser Rausch der Höhepunkt eines monatelangen Trips war. Angefangen hat das im NaNo und zog sich bis zum Juli hin. Das Wörterzählen hat mich am Ende so für sich eingenommen, dass mir Zahlen wichtiger waren als Worte. Es hat am Ende keinen Spaß mehr gemacht zu schreiben, ich schrieb nur noch für die Zahlen, aber was dabei herauskam, war absoluter Käse – Die Leidenschaft hat einfach gefehlt.

Doch ich möchte euch keine Angst machen. Aus diesem Loch habe ich mich befreien können 😉 Ich wollte euch nur beide Seiten dieser Challenge vor Augen führen. Es ist eure Entscheidung, doch ich sage euch: wenn ihr die Möglichkeit habt, dann versucht es ernsthaft. Ihr werdet es sicher nicht bereuen – ich tue es auch nicht.

Habt ihr die Challenge schon einmal in Angriff genommen? Wie ist es euch ergangen, was sind eure Erfahrungen? Werdet ihr sie einmal ausprobieren oder noch einmal wiederholen?

Schreibe ich mit der Hand oder am PC?

Hallo ihr Lieben 🙂

Für lange Zeit war ich mir ziemlich unsicher, ob ich nun mit der Hand oder dem PC meine Geschichten zu Papier bringen möchte. Und auch jetzt weiß ich nicht, ob ich den optimalen Weg gefunden habe. Wahrscheinlich gibt es den auch nicht, aber ich möchte euch einmal die Vor- und Nachteile vor Augen führen, die euch die Entscheidung erleichtern können.

Als es noch keine Computer gab, wurde ja alles mit der Hand oder der Schreibmaschine geschrieben. So hat auch übrigens auf Stephen King angefangen. Aber was sind eigentlich die Vorteile, wenn man mit der Hand schreiben möchte, und was spricht dagegen?

Wenn du mit der Hand schreiben möchtest, dann musst du dich zunächst entscheiden, ob du in ein Notizheft oder auf lose Blätter schreiben möchtest. Aber egal, wie du dich entscheidest: Du kannst wirklich überall schreiben und bist unabhängig von der Technik, weil du keinen Strom für den PC oder Drucker brauchst. Das Papier kannst du überall mit hinnehmen, wenn du ein dünnes Heft oder einzelne Blätter hast, dann kannst du diese zur Not auch knicken, um sie in der letzten Ecke deiner Tasche zu verstauen.

Von einigen Leuten habe ich gehört, dass sie besser schreiben/zeichnen können, wenn sie einen Stift in der Hand haben. Auch mir hat das während meiner Schreibblockade geholfen.

Während des Schreibprozesses kannst du leicht noch einzelne Wörter zwischen die Zeilen quetschen oder Notizen an den Rand schreiben.

Ein Rechtschreibprogramm hat Papier auch nicht. Ich glaube sogar, dass das den kreativen Schreibprozess noch fördert.

Wenn du auf einem echten Blatt Papier schreibst, dann kannst du dich richtig bequem in dein Bett kuscheln, denn du musst nicht schauen, ob dein Laptop so steht, dass auch genügend Luft an ihn dran kommt und er nicht heiß läuft. Außerdem hast du dann wahrscheinlich auch kein Internet nebenbei laufen und wirst nicht so schnell abgelenkt.

Der größte Vorteil für mich ist, dass ich nicht zwischenspeichern muss. Das, was ich geschrieben habe, ist relativ sicher (natürlich nicht vor Wasser oder Teeflecken, auch nicht vor Feuer – aber wie sicher ist da ein PC, wenn es mal mehr wird?). Auch wenn du zwischenspeicherst, auf einen Stick zum Beispiel, kann deinem PC einfach mal einfallen, dass dieser neu konfiguriert werden muss, sprich: Er muss dafür alle Daten löschen. Upsi.

Die Nachteile habe ich ja teilweise schon genannt. Wird Wasser über deiner Geschichte verschüttet, dann kannst du, je nach Schreibinstrument, im dümmsten Fall gar nichts mehr lesen.

Zum Beispiel habe ich keine ordentliche Schrift – zumindest, wenn ich längere Zeit schreibe. Wenn du sie auch nicht hast, brauchst du dir keine Sorgen machen. Kreative Menschen denken wohl zu schnell, als dass sie das Gedachte langsam und in schöner, lesbarer Schrift niederschreiben können. Mir verdirbt es aber immer ein wenig die Laune, wenn ich sehe, wie sehr ich da rumgeschmiert habe.

Natürlich ist der nächste Nachteil ein First-World-Problem: Du musst deine Wörter selbst zählen, wenn du zum Beispiel am NaNoWriMo teilnimmst.

Für mich ist der größte Nachteil der, dass du dein Manuskript irgendwann abtippen musst. Ich glaube, dass kein Verlag mehr handschriftliche Manuskripte akzeptiert (man gebe mir Bescheid, sollte ich mich irren). Das Abtippen ist noch mal sehr zeitaufwendig. Vielleicht kannst du das auch mit deiner ersten Überarbeitung verbinden. Aber dennoch ist der Haufen an Papier demotivierend, zumindest für mich und irgendwann verlässt mich die Lust.

Kommen wir zum Schreiben am Pc. Hier sind die Vor- und Nachteile fast umgedreht.

Ein Vorteil ist, dass du automatisch deine Wörter gezählt bekommst. Du kannst dir sogar mit den richtigen Schreibprogrammen für Autoren die Seitenzahl deines Manuskripts ausrechnen lassen. Daneben gibt es noch viele weitere Spielereien, die ich nicht kenne, weil ich bisher nur FocusWriter ausprobiert habe und es recht minimalistisch scheint, im Gegensatz zu dem, was ich von anderen Programmen gelesen habe.

Für den kreativen Schreibprozess kannst du die Rechtschreibhilfe ausstellen, fürs Überarbeiten wieder an. Du kannst viele Kleinigkeiten in Kürze ändern, ohne noch einmal die ganze Seite schreiben zu müssen.

Klar, verträgt auch nicht jeder PC jede beliebige Menge an Wasser, aber wenn du eins, zwei Sicherungskopien hast, eine davon online, dann kannst du immer darauf zugreifen – vorausgesetzt du vergisst dein Passwort nicht 😉

Im digitalen Zeitalter, in dem wir ja bekanntermaßen leben, haben deine Alpha- und Betaleser wahrscheinlich eine e-Mailadresse. So kannst du sogar mehreren gleichzeitig dein Manuskript in kurzer Zeit übermitteln. Sie können dann digitale Anmerkungen machen, ohne dein Manuskript zu verändern. Gefällt dir ein Kommentar nicht, kannst du ihn löschen. Klick, fertig.

Der größte Vorteil für mich ist, dass du nicht alles abtippen musst. Du kannst mehrere Kopien auf deinem PC erstellen und alle anders bearbeiten; so hast du mehrere Variationen deiner Geschichte ohne großen Aufwand. Bei meinem Schreibprogramm kann ich sogar zwei Dokumente miteinander vergleichen und direkt sehen, welche Änderung mir am Besten gefällt. Außerdem kannst du dein Manuskript auch auf verschiedene Geräte übertragen und dort lesen und bearbeiten. Ist dein Manuskript fertig, dann kannst du es auch in andere Formate umwandeln, je nachdem was dein Verlag haben möchte. Dann schickst du es per Mail ab. Fertig. Abwarten.

Natürlich gibt es auch Nachteile. Wenn ich am PC sitze, dann lasse ich mich oft vom Internet ablenken. Helfen kann da das Programm FocusWriter, aber wenn wirklich im Internet surfen will, dann hält auch das mich nicht auf.

Am PC schreiben kann auch Schreibblockaden begünstigen. Man hat nur den blinkenden Cursor, auf dem Papier könnte man an dieser Stelle einfach etwas zeichnen, um sich einzustimmen. Mit Bildschirm und Tastatur ist das nicht so leicht.

Randnotizen am PC sind auch etwas umständlicher durch eine Tastenkombination oder einen Mausklick einzufügen. Das ist zwar auch wieder eher ein First-World-Problem, aber es ist nun mal da.

Außerdem bis du vom Strom abhängig. Du kannst nicht einfach irgendwo schreiben und im Bett, wo ich am liebsten lese und schreibe, ist die Gefahr hoch, dass der Labtop heiß läuft. Wenn du einen großen PC hast, ist der natürlich noch weniger transportabel.

Meine größte Angst ist, dass ich nicht oft genug Sicherheitskopien mache, bzw. es ganz vergesse. Technik zu vertrauen, ist eine meiner größten Macken. Und wenn der PC sich einen Virus einfängt oder auch nur das Programm abstürzt, dann ist das, was du geschrieben hast, futsch. Es sei denn, dein Programm speichert automatisch zwischen. Auch Datenträger können kaputt gehen oder Onlinespeicher können Probleme haben, gehackt werden, was weiß ich was noch.

Fazit

Nachdem ich mir selbst auch noch mal Vor- und Nachteile von beiden Methoden angesehen habe, stelle ich fest, dass sich das Handschreiben für den kreativen Prozess, also das Schreiben der Rohfassung sehr gut anbietet (wenn man sich denn dazu überwinden kann, alles im Nachhinein abzutippen). Für die nächsten Überarbeitungsschritte ergibt das Schreiben am PC mehr Sinn. Allerdings glaube ich, dass das nur für mich zutrifft, und dass jeder für sich selbst entscheiden sollte, welche Methode er wählt abhängig davon, welches Ziel er mit seinem Schreiben verfolgt und ob er (in einem Schreibmonat auch bei einer Rohfassung) einen Überblick über den Umfang seines Manuskripts haben möchte.

10 Tipps, um sich im NaNoWriMo Zeit zum Schreiben frei zu schaufeln

Dreißig Tage lang steht das Schreiben im Vordergrund. 1.667 Wörter am Tag, um am Ende mit 50.000 Wörtern, vielleicht sogar einer fertigen Geschichte in der Rohfassung dazustehen, sind echt keine leichte Hausnummer. Doch die Summe macht’s am Ende. Wenn ihr euch jeden Tag zum Schreiben bringt, dann müsst ihr nicht so viel Schreiben, wie zum Beispiel wenn ihr nur einen Tag die Woche schreibt, um aufs gleiche Ergebnis zu kommen.

Die wichtigste Regel beim NaNo: Kleinvieh macht auch Mist, ist nicht nur auf Wortzahlen anwendbar, sondern auch auf die Zeit, die ihr zum Schreiben nutzt. Ich möchte euch in diesem Beitrag ein paar Tipps geben, wie ihr euch kleine (und vielleicht auch größere) Zeitfenster zum Schreiben schaffen könnt.

  1. Duschen statt baden. Beim Baden kann man schon mal eine ganz gute Stange Wasser und auch Zeit verplempern. Lässt man immer wieder neues Wasser nach, dann ist es lange schön mollig warm, aber ihr habt für euren Schreibtag an sich nichts gewonnen. Besser ist es, wenn ihr duschen geht. Für eine Grunddusche (Haare waschen und einseifen plus abspülen) braucht man nicht mehr als fünf Minuten. Wenn ihr das Baden dennoch nicht sein lassen könnt und gern chillig in der Wanne liegt, warum versucht ihr es denn nicht einfach mit „in der Wanne schreiben“? Wer tollpatschig ist, dem würde ich dennoch raten, zu duschen 😉

  2. Die Dinge zum täglichen Leben auf ein Minimum reduzieren: Schließt sich eigentlich dem ersten Punkt an. Im November kann es schon ziemlich frostig werden, da braucht man in der Regel nicht häufiger als alle zwei Tage duschen, es sei denn, man macht Extremsport 😉 Auch Einkaufen braucht man nicht jeden Tag, plant voraus, dann spart ich Zeit und eventuell auch Geld und Benzin.

  3. Spart bei der Zubereitung eures Essens Zeit. Das heißt nicht, dass ihr euch im November ungesund ernähren sollt, jedoch ist es zeitsparender, wenn man nicht die ganze Zubereitungszeit am Herd verbringt. Ausführliche Tipps und Rezepte zum Thema „Essen im NaNo“ wird es noch geben 😉
    Vielleicht wohnt ihr auch nicht alleine, dann könnt ihr das Kochen im NaNo delegieren. Natürlich solltet ihr euch im Dezember dafür revanchieren 😉

  4. Putzen muss nicht so oft sein (Achtung, dahinter kann sich auch oft Aufschieberitis verbergen). Beschränkt euch auf das Minimum. Wohnt ihr mit anderen zusammen, super, dann schiebt den Hausputz auf andere und revanchiert euch 😉 Und wenn ihr noch zu Hause wohnt, dann sagt euren Eltern, dass ihr im November ernsthaft schreiben und eben nicht wichtige Zeit mit Zimmeraufräumen verschwenden wollt. Immerhin ist der NaNo nur einmal im Jahr. Und eure Eltern wollen doch sicher nicht, dass ihr noch weniger Zeit mit dem Lernen für die Schule verbringt 😉 Wenn das nichts hilft, dann bietet doch einfach einen Deal an, im Dezember die Wohnung putzen, bevor die ganze Verwandtschaft zum Festtagsessen anrückt. Ich kann mir vorstellen, dass sich einige Eltern darüber freuen.

  5. Auch wenn es sich im ersten Moment nicht wie ein Tipp zum Zeitsparen anhört: Macht Pausen beim Schreiben. Es ist viel Effektiver (in Wortzahlen gedacht) sich 10 Minuten am Stück hinzusetzen und ohne Ablenkung durchzuschreiben, als eine Stunde am Stück durchzuarbeiten. Es powert nicht so aus, und wenn ihr immer mal 10 oder 5 Minuten zwischendurch nutzt, habt ihr in der Summe vielleicht sogar mehr als eine Stunde Schreibzeit am Tag.

  6. Überlegt euch schon vor dem NaNo, was ihr vorher erledigen könnt. Macht euch eine Liste mit wichtigen Aufgaben zum Beispiel von Referaten, die ihr schon im Oktober machen könnt. Legt wenn möglich Termine auf den Dezember oder den Anfang des nächsten Jahres. Wenn es gar nicht anders geht, dann fangt frühzeitig an, Aufgaben zu erledigen, sie zu stückeln und auf mehrere Tage aufzuteilen, damit euch am Ende nicht der entscheidende Tag zum Schreiben fehlt.

  7. Nutze die Zeit, in der ihr wirklich schreiben könnt, intensiver. Das heißt wörtlich: Tippen. Solange ihr nicht vorm PC sitzt, könnt ihr euch im Hinterkopf schon mit den nächsten Szenen beschäftigen und dann fällt auch das Schreiben leichter, als wenn ihr damit erst anfangt, wenn ihr vorm PC sitzt.

  8. Macht euer Umfeld darauf aufmerksam, dass ihr am NaNoWriMo teilnehmt und wie wichtig es euch ist. Nichts ist unangenehmer als enttäuschte Freunde und Familienmitglieder. Wenn ihr den NaNo selbst ernst nehmt, dann wird es auch euer Umfeld tun. Und dann werdet ihr auch auf mehr Verständnis stoßen, wenn ihr mal einen Termin absagt.

  9. Soziale Netzwerke können auch ohne euch leben. Zwar gibt es viele Foren, die unglaublich motivieren, auch Facebookgruppen und Chats, ABER denkt immer daran, dass das die größten Fallen für Autoren sind. Man kann sich stundenlang festspielen. Wenn ihr gar nicht ohne könnt, dann setzt euch bestimmte Zeiten. Fünf Minuten Facebook und dann wird aber auch mal eine Stunde geschrieben. Tut euch mit Leuten zusammen, die auch schreiben wollen, verabredet Zeiten, in denen ihr euch motiviert. Und auch Whats App hat in der Schreibzeit ruhig zu sein 😉

  10. Nutzt jede freie Minute zum Schreiben, die ihr sonst mit eurem Handy, Facebook oder sonst was verbringt. Oftmals merkt man gar nicht, wie viel Zeit man am Tag eigentlich hat. Ob es nun die Pausen in der Schule oder auf Arbeit sind, die Zeit, die man in Wartezimmern und Zügen verbringt oder allein schon die Werbepausen im Fernsehen. Eigentlich ist das der Megatipp für Autoren überhaupt: Schaut nicht mehr fern. Ich lebe seit über einem Jahr glücklich ohne ein Fernsehprogramm, das meinen Alltag bestimmt. Wenn ihr eure Serien verfolgen wollt, dann schaut sie online oder auf DVD, genauso Filme. Der Vorteil, ihr könnt mal länger schreiben, weil euch das liebe Gerät nicht um 20:15 sagt: Jetzt setzt du dich vor mich und starrst mich an. Ihr habt keine Werbepausen, die das Ganze noch sinnlos verlängern. Und ihr könnt jederzeit anhalten und schreiben, wenn euch gerade die perfekte Idee gekommen ist.

Das waren meine 10 Tipps, wie ihr zu mehr Zeit zum Schreiben kommen könnt. Und ob ihrs glaubt oder nicht, Fernsehen und soziale Netzwerke sind wohl die größten Zeit- und Kreativitätskiller überhaupt 😀 Natürlich ist es nicht leicht, aber dafür ist es der NaNo und die 50.000 Wörter in einem Monat schafft nicht jeder – aber jeder, der es wirklich will 😉

Welche Tipps habt ihr, um euch Zeit zum Schreiben zu schaffen?

7 Schreibhürden und wie du sie überwindest

1. Keine Zeit

Die wohl beliebteste Ausrede von Autoren ist: Ich habe keine Zeit zum Schreiben. Dummerweise muss ich dir jetzt sagen, dass Stephen King genauso wie du nur einen 24-Stunden-Tag hat. Es kommt einfach nur darauf an, wie man seine Zeit einteilt. Klar, der Brotjob muss gemacht werden, Schule und Uni dürfen nicht vernachlässigt werden, Kinder schreien und Haustiere lechzen nach Beschäftigung. Aber nun kommt das Gute: Das Problem ist nicht, dass du zu wenig Zeit hast – du hast genug! -, sondern dass du sie nicht gut einteilst und keine Prioritäten setzt.

3 meiner Tipps für dich (wenn du nur einen beherzigst, hast du schon etwas Zeit zum Schreiben gewonnen)

  • Entweder stehst du früher auf oder du bleibst länger wach (bitte die Option wählen, die dir angenehmer erscheint)
    Es muss keine Stunde sein, fünf oder zehn Minuten sind nicht tragisch. Und diese fünf oder zehn Minuten hast du jetzt mehr. Und verschwende diese Zeit nicht mit Facebook, Instagram, Youtube oder sonstigen Aktivitäten. Du wärst doch auch nicht mehr online, wenn du schon schlafen würdest 😉 Ergo, keine verschwendete Zeit.

  • Wenn du ewig auf sozialen Netzwerken rumhängen kannst, dann setz dir Fristen. Die meiste Zeit verbringen wir doch sowieso nur damit, auf Kommentare oder Antworten zu warten. Hab ich nicht recht?

  • Wartezeiten nutzen
    Wenn ich Nudeln koche, dann kommen sie in einen Topf mit kaltem Wasser und Salz – Deckel drauf – Timer auf 20 Minuten. Diese Zeit könnte ich wunderbar zum Schreiben nutzen. Und ich meine nicht nur Wartezeiten beim Kochen. Beobachte doch mal, wie viel Zeit du mit Warten verbringst – nur an einem Tag. Du wirst überrascht sein.

2. Nicht der richtige Ort

Hast du dann endlich Zeit zum Schreiben freigeschaufelt, taucht das nächste Problem auf: Der perfekte Ort zum Schreiben ist nicht da. Die Illusion vom Autoren, der im Café schreibt, ist sicher vielen Schreibern bekannt. Ausprobiert haben es wahrscheinlich wenige und noch weniger kommen damit klar.

Die Wahrheit ist, dass du, wenn du dich an die Tipps oben hältst, niemals innerhalb der freigeschaufelten Zeit in das nächste Café oder in den Park (oder was auch immer dir Romantisches vorschwebt) kommst, es sei denn, du wartest auf eine heiße Schokolade und bist schon vor Ort.

Und ganz ehrlich: Wer braucht schon den perfekten Ort zum Schreiben, wenn er Autor ist. In der Regel dauert es doch nicht lange und du bist in deiner eigenen Welt versunken. Und auch ein unordentlicher Schreibtisch sollte dich nicht am Schreiben hindern. Tauche in deine Geschichte ein und wenn du zurück bist, dann kannst du immer noch aufräumen.

3. Keine Ideen

Du hast Zeit und sitzt an irgendeinem Ort, fährst den PC hoch, wenn du nicht eben sowieso schon bei Facebook deinen Status geupdatet hast: „Ich schreibe jetzt.“ oder „Wer schreibt mit?“

Und fünf Minuten später antwortest du auf die Kommentare – Du hast dein Ziel erreicht: Du schreibst. Sogar mit anderen. Nur nicht an einer Geschichte. Und das ist das Problem.

Schaff dir ein Ideenglas an oder ein Notizbuch, das immer bei dir ist. Schreibe jede noch so kleine Idee auf. Vielleicht möchtest du auch ein Traumtagebuch führen, in dem du jedes noch so absurdeste Szenario festhältst.

Leider kommen die Ideen nicht unbedingt, wenn man aufs Papier oder den Bildschirm starrt. Du musst bereits wissen, was du schreiben willst.

4. Ich muss planen

Vor Verzweiflung fangen dann viele erst einmal an, zu planen. Sie erschaffen große Welten und planen sich so um den Verstand. Klar ist es toll zu wissen, wie die Welt genau aussieht und sicher brauchen viele die Planung, aber sie muss doch nicht in deine Schreibzeit fallen. Es gibt so viele Arbeiten, bei denen deine Hände das eine machen, dein Kopf sich aber mit etwas ganz anderem beschäftigen kann. Bitte nicht beim Autofahren, das könnte gefährlich werden. Aber beim Kochen, Bügeln, Staubsaugen, ja sogar beim Lesen können dir Dinge für deine Geschichten, Welten oder Charaktere in den Sinn kommen. Du denkst sie gut durch. Und bevor du sie wieder vergisst, schreibst du sie schnell auf.

Wenn du aber das Glück hast, über den Luxus zu verfügen, mit dem Bleistift in der Hand zu denken und dennoch genug Schreibzeit zu haben, dann tu es.

5. Wie fange ich an?

Der sagenumwobene erste Satz. Er muss perfekt sein. Er muss einfach und der Rest, der danach kommt, sollte auch wuppen, denn sonst legt der Leser das Buch weg und nimmt sich ein anderes mit in den Lesesessel.

Warum machst du dir zu viel Druck? Dein Buch ist noch nicht einmal geschrieben und du hast schiss, dass es keiner lesen will? Merkst du, wie unschlau das ist? 😀 Schreibe doch einfach deine Geschichte ab der zweiten Seite oder skizziere die Erste nur in Stichpunkten: Was soll passieren? Wer ist da? Was ist wichtig, deutet vielleicht sogar schon auf das Ende hin? Wenn du viel geplant hast, dann kannst du die Fragen bestimmt beantworten, wenn nicht ist das auch kein Weltuntergang.

Das Wichtigste ist für dich, in dem Moment, in dem dein Buch vielleicht nur eine Idee in deinem Kopf ist, dass du sie aufschreibst. Trau dich schlecht zu schreiben. Mach dir klar, dass es erst mal nur um die Story geht. Du hast noch so viele Möglichkeiten an der ersten Seite herumzudoktern. Aber was willst du mit der perfekten ersten Seite, wenn der Rest nicht mehr kommt?

Wenn du es schaffst, dann schreibe einfach, ohne nachzudenken, habe keine Angst, dass Müll dabei herauskommt, und überlasse den Feinschliff dem Autor, der das fertige Buch in den Händen, bzw. in einer Datei sehen kann.

6. Wie schreibe ich weiter?

Du hast eine Geschichte angefangen und weißt nicht mehr weiter? Vielleicht ist der Abstand von heute und dem Tag, an dem du zuletzt geschrieben hast riesig? Dann lies die Geschichte erst einmal in Ruhe bis zu dem Punkt, an dem du jetzt bist. Ändere nichts! Keine Grammatik, keine Rechtschreibung, keine Namen. Absolut gar nichts! Das Einzige, was erlaubt ist, dass du dir Notizen machst, aber auch nur höchstens am Rand oder als Kommentar im Dokument. Nicht im Fließtext, das könnte zu schnell in einer ersten Überarbeitung ausarten. Das wollen wir nicht.

Hast du die Geschichte wieder verinnerlicht? Idealerweise auch das Gefühl für die Stimmung zurückbekommen, dann schau dir an, was ich im 5. Punkt geschrieben habe. Ist jetzt ja im Prinzip das Gleiche. Es geht nur um die Story, überarbeitet wird später.

7. Meine Geschichte ist scheiße!

Keine Panik, an diesen Punkt kommt jeder Autor mal. Zweifel sind normal, und auch wenn es schwer ist, versuch weiter zu schreiben. Vielleicht hilft dir auch eine kleine Pause, aber übertreib es nicht. Denn je weiter du aus der Geschichte raus bist, desto schwieriger ist es, wieder reinzukommen.

Wichtig ist es, dass du dich entspannst und dich fragst, was ist an der Geschichte scheiße.

Ist sie scheiße geschrieben? Dann mach eine Aussage aus der Frage. Die erste Fassung ist nie perfekt. Du willst wahrscheinlich zu viel auf einmal und hast zu hohe Ansprüche. Deine Geschichte ist noch nicht fertig = du musst noch nicht überarbeiten!

Gefällt dir die Idee nicht mehr? Dann lass deine Geschichte ein wenig liegen. Aber das ist wohl in den seltensten Fällen so, denn du hast diese Geschichte ja schreiben wollen, also muss dich das Thema/die Idee mal gefesselt haben.

Scheint dir die Welt ein wenig schief zu sein oder die Charaktere nicht rund und in 3D? Dann hau dir an den Kopf, denn du bist schon wieder im Überarbeitungsmodus. Wenn du eine Geschichte hast, dann kannst du noch viel ändern, klar, wird das aufwendig und kostet Zeit, aber Zeit, in der du etwas zu tun hast, erscheint dir viel besser genutzt zu sein, als Zeit, die du nicht genutzt, auf deinem Stift gekaut, aufs Papier gestarrt oder auf Facebook rumgedaddelt hast. Und wenn du glaubst, dass du dennoch zu wenig Zeit zum Schreiben hast, schau dir den ersten Punkt noch mal an 😉

Schreibtipp: Tagebuch schreiben

Es muss kein klassisches Tagebuch sein. Man kann das Tagebuch zum Beispiel nur fürs Schreiben übers kreative Schreiben verwenden, ein Schreibtagebuch sozusagen.

Vorteile

  • Beim Schreiben in das Tagebuch kannst du neue Ideen entwickeln und dir auch deine Sorgen und Probleme, die auf deiner Seele liegen, loswerden.
  • Du kannst dich auch so richtig schön über deine Charaktere auslassen und später nachvollziehen, wie deine Geschichte entstanden ist, welche Gedanken du hattest und was du beim Nächsten mal anders oder genauso wieder machen möchtest.
  • Du hast auch nicht das eigentliche Dokument für deine Geschichte offen und damit die Hemmungen genommen einfach über irgendwas zu schreiben. Eine Schreibblockade kann eigentlich gar nicht entstehen, weil es total egal ist, was geschrieben wird.
  • Irgendwann kommst du vielleicht auf Ideen für deine Geschichte oder auch nicht. Was ja egal ist, denn wenn du einfach nur auf ein weißes Blatt gestarrt hättest, wäre auch nicht viel mehr dabei rumgekommen.
  • Und ein Riesenvorteil ist auch, dass schreiben gut tut. Warum gibt es denn sonst die Tradition des Tagebuchschreibens? Aber auch sie wurde erst im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelt.

Was kann hinein?

  • Von dem Anfänglichen Auskotzen über Ideenlosigkeit und Schreibblockaden über Diskussionen mit Charakteren bis hin zum Freuen über deinen Erfolg, kann dort alles drin stehen, was du willst.
  • Vielleicht hast du auch gerade Probleme, die dich vom Schreiben abhalten, weil du keine Ideen hast oder unter zu großem Druck durch andere Dinge stehst. Dann schreib sie einfach ganz zwanglos in dein Schreibtagebuch. So versinkst du nicht in Grübeleien und überlistest die Schreibblockade ganz einfach, denn du schreibst ja, ohne dir großartig Gedanken darüber machen zu müssen, was am Ende dabei heraus kommt. Es liest ja keiner außer dir 😉

Wie kann das ganze aussehen?

  • Du kannst einen Ordner auf deinem PC anlegen in dem sich dann der Reine Text befindet und vielleicht auch eine Tabelle mit deinen Wortzahlen und Notizen zu deinen Geschichten.
  • Genauso gut kannst du dir aber auch ein echtes Buch nehmen und es mit Buchstaben füllen. Beides hat Vor- und Nachteile.

Und nun, probiert es einfach mal aus und erzählt mir davon!
Eure Tinka 🙂

tagebuch

Es ist machbar, drei Romane in einem Jahr zu schreiben

Hallo ihr Lieben 🙂

Ein paar Blogbeiträge von Richard Norden haben mich inspiriert und herausgekommen ist ein Jahresplan, durch den man drei Romane schreiben kann.

Hier könnt ihr euch eine von mir erstellte Vorlage kostenlos und ohne Anmeldung runterladen.

Wie funktioniert es?

Das Jahr hat bekannterweise zwölf Monate. Wenn man davon ausgeht, dass jeder Roman geplant, geschrieben und überarbeitet wird, dann hat benötigt man zur Fertigstellung vier Phasen (die Dritte ist dabei diejenige, in der das Manuskript nicht angesehen wird). Die Arbeit an einem Manuskript kann man also grob auf drei Monate aufteilen. Und das Beste: In dem Plan ist so viel Platz, dass ihr die Phasen beliebig verlängern oder verkürzen könnt.

Die erste Seite habe ich Jahresplan genannt. Dort könnt ihr die Titel der Projekte eintragen, den Umfang und den Status (Planen, Schreiben, Ruhemodus oder Überarbeiten). In der zweiten Tabelle auf der Seite Jahresplan habe ich eine kleine Übersicht skizziert. Ihr seht, dass ihr jeden Monat im Jahr nur mit einer Aufgabe beschäftigt seid. Und ihr könnt auch erkennen, dass sogar schon ein viertes Projekt eingeplant ist.

Aber von vorn:

Ihr könnt mit dem ersten Projekt direkt im September 2014 anfangen. Der erste Monat ist nur dazu da, um zu planen. Für Plotter ist die Zeit wichtig und wertvoll. Discovery Writer (also entdeckende Schreiber) können in dieser Zeit schon schreiben, ihre Figuren kennenlernen. Ich bin eher ein Discovery Writer und von mir kann ich sagen, dass ich keinen ganzen Monat zur Planung brauche. Daher kann man auch schon im September anfangen, das Manuskript zu schreiben.

Der folgende Monat ist der eigentliche Schreibmonat für das erste Projekt: Oktober 2014. In dieser Zeit könnt ihr schreiben, was das Zeug hält. Es ist auch nicht schlimm, wenn ihr den Schreibmonat verlängert. Im Folgenden habt ihr ja drei Monate, in denen ihr euer Projekt nicht anzusehen braucht. Vielleicht benötigt ihr nicht die ganzen drei Monate, denn in der Zwischenzeit beschäftigt ihr euch schon mit dem nächsten Projekt und dadurch solltet ihr genügend Abstand zu Projekt Nummer eins bekommen.

Der November ist im Jahr 2014 noch frei. Hier könnt ihr ein Projekt für den NaNoWriMo schreiben, wenn ihr möchtet oder einfach mal eine Runde chill’n, denn die nächsten Monate sind wieder ausgeplant 😉

Im Dezember 2014 geht es dann mit dem Projekt zwei so richtig los. Wieder könnt ihr Planen, Notizen machen, eure Figuren kennenlernen, eben alles, was ihr zur Vorbereitung auf das „richtige“ Schreiben braucht. Der Januar 2015 wird dann wieder zum Schreiben genutzt. Auch hier steht es euch schon frei, ob ihr bereits im Dezember damit beginnt oder/und den Januar zum Schreiben verlängert und parallel zum Überarbeiten vom ersten Projekt im Februar 2015 noch schreibt.

Der Februar ist dann zur Überarbeitung von Projekt eins gedacht. Aber auch hier seid ihr flexibel, denn ihr könnt zur Abwechslung schon im Januar mit der Überarbeitung beginnen oder parallel zur Planung von Projekt drei noch überarbeiten. Ich habe schon häufig gelesen, dass die Überarbeitung zeitaufwendiger ist, als das Schreiben an sich. Leider habe ich in dem Bereich noch nicht allzu viel Erfahrung und auch keine Methode gefunden, in der ich schon rouitiniert genug bin, um sie euch zu diesem Zeitpunkt vorzustellen.

Weiter geht es im März 2015 mit dem Planen von Projekt Nummer drei, das dann im April 2015 geschrieben wird.

Im Mai 2015 folgt die Überarbeitung eures zweiten Projekts. Im Juni 2015 könnte dann die Planung für das vierte „Bonus“Projekt folgen (ich habe es nicht zu den Romanen, die man in einem Jahr schreiben kann, dazu gezählt, weil die (erste) Überarbeitung nicht innerhalb dieses einen Jahres (laut Plan) geschafft wird. Natürlich braucht es mehrere Überarbeitungsschritte, um zum fertigen Romanmanuskript zu gelangen. Aber in einem Jahr drei Projekte zu haben, die zumindest einmal überarbeitet wurden, ist schon ein ordentliches Stück. Im Juli 2015 kann dann das vierte Projekt geschrieben werden.

Um das Jahr abzuschließen, wird dann im August 2015 das dritte Romanmanuskript überarbeitet.

Bis hierher war es erst einmal die grobe Planung. Auf der nächsten Seite der Tabelle seht ihr eine Übersicht, in der ihr euren täglichen WordCount in die entsprechenden Felder eintragen könnt. Auch diese Tabelle beginnt im September, sodass ihr direkt in euer Schreibjahr starten könnt. Unter dem jeweiligen Monat habe ich eine Formel eingefügt, die euch die Wortzahl in dem Monat ausrechnet. Ganz oben rechts befindet sich dann die Wortzahl, die ihr in dem Jahr geschrieben habt.

Die nächsten drei (vier) Tabellenblätter sind die einzelnen Seiten für eure Projekte. Oben könnt ihr den Titel und Umfang eures Projektes eintragen. Dabei steht es euch frei, ob ihr die Anzahl der Seiten, Wörter oder Zeichen eintragt. In der Tabelle darunter habe ich die Phasen eingetragen, in denen sich dann euer Projekt befindet und die Monate zugeteilt. In die Spalten darunter könnt ihr eintragen, was ihr wollt: geschriebene Wortzahlen, überarbeitete Seiten, die Zeit, die ihr mit eurem Projekt verbracht habt, Notizen zum Projekt oder zur Arbeitswiese, wie es euch an dem Tag ging, …

Natürlich ist dieser Plan ziemlich straff und diejenigen, die nicht allzu viel Freizeit haben, sich um ihre Kinder kümmern müssen, viel Arbeiten, usw. … können das vielleicht auch gar nicht schaffen. Aber in der Theorie, wenn man sich am Tag ein paar Stunden freinehmen kann und die Phasen noch in die anderen Monate hineinschiebt, dann könnte es klappen. Wie gesagt, das ist alles nur theoretisch, ich habe diesen Plan noch nicht ausprobiert, aber ich war im letzten Jahr ziemlich faul und habe zumindest die Rohfassung von drei Romanen geschrieben.

So, dann hoffe ich, dass euch der Plan ein wenig helfen kann und wünsche euch viel Spaß damit 🙂

Eure Tinka

[Kreativität|Ideenfindung] ABC-Listen

Hallo ihr Lieben 🙂

Heute möchte ich euch eine Methode vorstellen, auf die ich im Buch Sprachenlernen leichtgemacht! von Vera F. Birkenbihl gestoßen bin. Ich glaube, dass man diese Methode auch sehr gut als Autor zur Ideenfindung nutzen kann.

Wie funktionierts?

Am linken Rand eines Blattes wird das Alphabet senkrecht aufgeschrieben. Danach findet man zu jedem Buchstaben eine Assoziation. Dabei kann man sich selbst ein Thema suchen, zu dem man Begriffe finden möchte. Hier könnt ihr euch eine von mir erstellte Vorlage runterladen, um sie dann auszudrucken und auszufüllen.

Dann werden zu den Buchstaben Wörter gefunden und hinter ihn geschrieben. Man sollte aber nicht von A bis Z krampfhaft durchassoziieren. Das heißt, dass der Blick von oben nach unten und von unten nach oben über die Buchstaben gleiten soll. Dabei muss nicht zu jedem Buchstaben eine Assoziation aufgeschrieben werden und bei einem anderen Buchstaben können am Ende auch mehrere Worte stehen. Birkenbihl erklärt diese Methode so, dass einem zum Beispiel bei dem Buchstaben Z das Zebra einfällt und dann kommt man durch dieses Wort auf die Gazelle beim Buchstaben G. Das verhindert ein Hängenbleiben an einem Buchstaben. Wird dieses „Spiel“ mit einem Zeitlimit gespielt, dann kommt man mit der herkömmlichen Methode vielleicht nur bis zum Buchstaben L. Mit der Birkenbihl-Methode kann man so auch die restlichen Buchstaben beachten.

Birkenbihl vergleicht diese Technik mit dem Spiel Stadt-Land-Fluss: „Wer viel spielt, weiß viel!“ (S. 214).

Und wie bei jeder anderen Kreativitätstechnik gilt auch hier: Es gibt kein richtig und kein Falsch!

Mein Beispiel:

Ich habe als Beispiel selbst eine ABC-Liste zum Thema „Bücher“ angefertigt.

ABC-Liste

Videoerklärung von Vera F. Birkenbihl

[Qick-Tipp] Schreibgruppen

[Edit: Dieser Beitrag ist am 19. Mai 2014 auf meinem Blog erschienen, aber dennoch aktuell]

Gerade hat mich die Pauli angestupst und gesagt: Schreib mal was über die Schreibgruppe, als Antwort auf meinen Beitrag. Dann erfülle ich ihr gern den Wunsch.

Dieser Artikel ist also Paulina Bordihn, auch Pauli oder Pulli genannt, gewidmet.
– Tinka

Tipp

Versucht euch in Schreibgruppen zusammen zurotten.

Vielleicht findet ihr jemanden, der eine Schreibgruppe leitet oder ihr ergreift selbst die Initiative und sucht euch Leute, die gerne schreiben. Vielleicht könnt ihr hier mal rumfragen. Das ist meine Gruppe auf Facebook in der sich einige Schreiber tummeln. Fragt einfach mal nach Interesse 😉

Gestern war ich das erste Mal in Biancas Schreibgruppe dabei. Zuerst hatte ich ein wenig Angst, dass ich den Ansprüchen nicht gerecht werden kann, aber alles in allem war es eine sehr nette und interessante Runde.

Ich wusste eigentlich gar nicht, was auf mich zukommt. Die Sitzung gerstern war der Praxisteil zu der vergangenen Woche und Bianca ließ uns bis zuletzt im Dunkeln tappen.

Das Thema war Discovery Writing und so bekamen wir von Bianca, nachdem jeder ein Resüme über die Diskussion der vergangenen Woche (ich hatte die Möglichkeit diese nachzulesen, weil ich ja nicht dabei war), Writing Promts. Sieben an der Zahl von denen wir uns eines aussuchen konnten. Und dann sollten wir schreiben, dazu hatten wir dreißig Minuten Zeit. Wir durften Plotten, da festgestellt wurde, dass Plotten auch in Form von Discovery Writing stattfinden kann, und Schreiben.

Bei meinem Writing Promt: „Fange an mit: Die Welt geht unter“ hatte ich direkt ein Bild vor Augen und meine Gedanken schrieben die Geschichte schon. Ich muss sagen: leider hatten wir nachdem wir die Writing Promts bekommen hatten noch ca. 10 Minuten Zeit. Zu lange für meine Finger – sie wollten direkt loslegen 😀

Und dabei heraus kam dieser Text. Ich habe ihn nur in Sachen Rechtschreibung und Tippfehler überarbeitet, alles andere ist original.

Im Anschluss haben wir noch über die Übung geredet.

Schreibgruppe: pro

  • Du lernst Leute kennen, die genauso wie du das Schreiben lieben.
  • Du bekommst das Gefühl, dass du nicht alleine bist.
  • In einer Gruppe kann man sich gegenseitig unterstützen und auch Texte der anderen lesen und kommentieren.
  • Jeder von euch lernt dazu, wenn er die Texte von anderen liest und kommentiert und auch Anmerkungen von anderen einarbeitet.
  • Es gibt einen Tipp für Autoren, der beinhaltet, dass man seine Geschichte nicht der Familie (oder Freunden) zeigen und konstruktive Kritik erwarten sollte.

Schreibgruppe: contra

  • Es kann eine ganze Weile dauern, bis du eine Gruppe findest. Nicht die erstbeste muss gleich die Richtige sein.
  • Ich habe in dem Schreibratgeber von James N. Frey gelesen, dass es verschiedene Schreibgruppen mit unterschiedlichen Ansprüchen gibt. Manche wollen nur „hohe“ Literatur produzieren und protzen herum, andere reagieren bei wirklicher Kritik empfindlich und wollen nur in den Himmel gelobt werden. Also, schaut euch um, irgendwann kann jeder Leute finden, die zu ihm passen und es können auch Freundschaften entstehen.
  • Meistens findet man Leute, die schreiben (besonders als schüchterner und menschenscheuer Autor, wie es wahrscheinlich die Meisten sind) nicht unbedingt in der näheren Umgebung. Was bleibt ist das Internet. Doch dies macht die Kommunikation schwerer, weil ein wichtiger Bereich fehlt: die nonverbale Kommunikation. Ich denke, jeder kennt das Problem mit missverstandenen Smilies 😉

Mein Fazit

Wenn ihr eine Schreibgruppe gefunden habt, dann müsst ihr einerseits mit der Qualität zufrieden sein. Sie muss euch persönlich für euer Schreiben etwas bringen. Was nutzen Kaffeekränzchen und Pläuschchen in gemütlicher Runde? Das bringt niemanden voran und ist nur Pseudogehabe. Andererseits müsst ihr euch aber auch wohl fühlen. Ihr müsst ohne Angst eure Meinung zu den Texten anderer geben können, ohne dass diese gleich beleidigt sind. In einer guten Schreibgruppe wird sich nicht persönlich angegriffen und konstruktive Kritik gegeben, die man annehmen kann oder eben auch nicht. Hört dabei auf jeden Fall auf euer Bauchgefühl. Es sind eure Geschichten, die die anderen Mitglieder zu Gesicht bekommen – im Idealfall sind sie wie eure Babys.

Was sagt ihr dazu?

Meine Pro- und Contra-Liste ist natürlich nur eine kleine Auswahl der Punkte, die mir eingefallen sind. Gibt es für euch noch Dinge, die wichtig sind, um euch einer Schreibgruppe anzuschließen? Oder was hindert euch daran einer solchen Gruppe beizutreten? Was sind eure Erfahrungen?

Es grüßt euch eure Tinka

Rezension „Das Herz der Sklavin“ von Ninette

C:
Wir besprechen heute das Werk “ Das Herz der Sklavin“ von einer Schriftstellerin, die sich „Ninette“ nennt. Den Begriff Werk benutze ich hier ganz bewusst, da man diesen belletristischen Text nicht so wirklich einer Literaturgattung zuordnen kann – zumindest meiner Meinung nach. Fangen wir damit mal an, wie seht ihr das?

T:
Dann müsste man erst einmal definieren, wo eine Novelle aufhört und ein Roman anfängt.

C:
Also du meinst, dass es eine Novelle ist?

T:
Äh, nö. Nur, dass es schwer zu definieren ist.

N:
In erster Linie stellt sich aber die Frage, warum es so schwer zu definieren ist.

C:
Ja, ich würde sagen, weil es zum einen zwar relativ kurz ist, ok das ist ein subjektives Kriterium, aber das setzt man bei Kurzgeschichten auch an, aber es ist wie ein normaler Roman geschrieben. Deswegen würde ich, wenn ich mich entscheiden müsste, es als Kurzroman auffassen.

T:
Kurzroman hört sich gut an.

N:
Das stimmt, aber soweit ich das erkennen konnte, ist laut der Autorin das Werk noch nicht fertig.
Kurzroman finde ich auch plausibel.

C:
Naja, aber die Handlung ist in sich abgeschlossen.

T:
Man weiß ja nicht, ob es weiter geschrieben wird. Und wir besprechen das, was wir bis jetzt haben.

N:
Ja, aber Ankündigungen der Autorin sollten dennoch nicht außer Acht gelassen werden.

C:
Gewiss, wobei ich in dem Fall sagen würde, dass das Nichtfertigsein sich eher auf die formale Überarbeitung bezieht.

T:
Würde ich auch sagen. Es hat ja schon eine Art Happy End gegeben.

C:
So, aber ich glaube jetz ist der Punkt gekommen, wo wir mal die Handlung umreißen sollten.

T:
Darf ich aus meiner Rezi zitieren? „Die Geschichte Handelt von einer Sklavin, die an einen angesehenen Mann verkauft wird. Nach und nach verliebt sie sich in ihren Herren und auch er scheint weitergehende Gefühle für sie zu haben.“

C:
Ja das trifft es schon ganz gut. Ich möchte nur ergänzen, dass wir ein Setting haben, was altägyptisch angehaucht ist.

T:
Ich finde, die Darstellung ist da sehr gelungen.

C:
Du meinst des Altägyptischen?

T:
Allgemein des Orientalischen. Ich konnte mir durch die Erkärungen das drum herum ganz gut vorstellen.

C:
Ja, wobei ich meine Hand nicht dafür ins Feuer legen möchte, dass es historisch wirklich so korrekt ist.

T:
Muss es das für einen erotischen Roman denn sein? Da liegt der Fokus doch eher auf anderen Dingen.

C:
Ja, wahrscheinlich nicht.

T:
Für einen historisch korrekten Roman ist die Figur des Herren auch zu romantisch dargestellt, finde ich.

N:
In so vielen Dingen ist es in dem Werk recht ungenau bzw. unrealistisch. Aber der Leser einer solchen Geschichte möchte wahrscheinlich auch kein Geschichtsbuch sondern Leidenschaft.
Nicht nur der Herr. Welche Sklaven hatten denn schon solchen Freiraum?

C:
Ja das ist sicherlich richtig, aber ich mag auch die Darstellung des Herrn allgemein in seiner Rolle als „Herr“ nicht so sehr.

T:
Ja, ich auch nicht so. Er ist einfach zu sanft irgendwie.

C:
Also für mich ist der schon sehr stark romantisiert und zwar nach einem sehr weiblichen Idealbild.

T:
Er sollte eigentlich nicht an einer Beziehung zu einer Sklavin interessiert sein im Sinn von Beziehung.

C:
Das sicherlich, wobei ich mir da aber schon vorstellen kann, dass beispielsweise in Rom sich junge Domini oft in ihre Lustsklavinnen verliebt haben.

T:
Zu stark romantisiert ist da schon der richtige Ausdruck. Ist mir auch beim Lesen aufgefallen. Aber da es sich um einen erotischen Roman handelt, muss ja irgendwie Leidenschaft rein und dafür ist nun einmal das Verbotene, sich mehr mit dem Herren aus zumalen, schon interessant.

N:
Vor allem verstehe ich nicht, wie sie sich „verlieben“ können, wenn sie nicht einmal eine normale Konversation haben. Also ist es wieder eine zu stark romantisierte „unmögliche“ Liebe.

T:
Meinst du nicht, dass es Liebe auf den ersten Blick geben könnte?
Auch in solchen Bezeihungskonstellationen?

C:
Ja stimmt, das hat mich aber auch gestört, also mit der fehlenden Konversation zwischen den beiden.

T:
Wobei der starke Mann als Herr, der zudem noch sehr mächtig ist, schon attraktiv auf ein junges Mädchen sein kann.

N:
Das „unmöglich“ war jetzt weniger auf die Liebe auf den ersten Blick bezogen.

T:
Hm, mich gar nicht.

C:
Ja das sicherlich Tinka, aber andersrum?
Lustigerweise, also ich weiß nicht wie ihr das verstanden habt, habe ich den Eindruck, dass seine Liebe und Begehren durch ihren Tanz geweckt wird.

N:
Aber es scheint doch irgendwie, dass diese Konstellation eigentlich nicht zustandekommen kann, ohne dass sie auf das Physische beschränkt wird.

N:
Das mit dem Tanz habe ich jetzt nicht mehr so in Erinnerung, aber das kann durchaus möglich sein.

T:
Ja, stimmt schon.

N:
Eigentlich ist alles, was zwischen ihnen passiert, rein körperlich.

C:
Na das stimmt nicht, sie provoziert ihn ja die ganze Zeit.

T:
Sie wird ja auch von anderen begehrt. Von Horus beispielsweise.

N:
Die Anziehung. Die (nonverbale) Kommunikation. – Ja gut, das stimmt, also das mit der Provokation.

C:
Von Horus, ja – Der auch lustigerweise immer vermittelt, wenn sie Stress haben.
Was ich auch witzig finde: Sie kennen sich kaum und so, aber streiten wie ein altes Ehepaar, schmollen rum ,was ich der Darstellung des Herrn sehr übel nehme, und vertragen sich dann einfach wieder.

T:
Na gut. Zusammenfassend haben wir eine romantisierte, unrealistische Geschichte.

N:
Die historisch nicht korrekt dargestellt wird.

T:
Gut, meinetwegen auch so ausgedrückt.

C:
Was aber bei nem romantischen Roman nicht so wichtig ist, vor allem, da wir nicht wissen, wo es eigentlich genau spielen soll.

T:
Genau.

N:
Aber die Feststellung bleibt.

T:
Richtig.

C:
Ja. – Gut, dann kommen wir wohl zu dem witzigsten Teil: Dem Stil.

T:
Ja, was hat euch denn am Meisten gestört?

N:
Dass sich die Autorin anscheinend nicht die Zeit genommen hat, einmal drüber zu lesen, bevor sie den Text veröffentlicht hat.

C:
Ja, das kann ich so unterschreiben. Also nochmal für die Leser vielleicht:
Es fehlen Satzzeichen, Zeichen zum Markieren der wörtlichen Rede, von der Orthographie will ich gar nicht erst anfangen.

T:
Ja. Es gab einige Dinge, die es anstrengend gemacht haben die Geschichte zu lesen. Für mich waren es die fehlende Zeichensetzung, die sich irgendwann im Laufe des Kapitels eingeschlichen hat.
Und zumindest die ersten beiden Punkte stören erheblich beim Lesen.

N:
Genau.

T:
Da müsste dringend überarbeitet werden.

C:
Und dazu muss ich sagen, das hört sich vielleicht hart an, aber ich finde Autorin hat auch kein gutes Gefühl für Sprache und wie man eine Geschichte erzählt.

N:
Dem stimme ich auch zu. Es erschien mir bei jedem neuen Kapitel, dass sie sich zu Anfang noch Mühe gegeben hat, aber nach den ersten Zeilen schon die Lust daran verlor.

T:
Das vielleicht nicht unbedingt, also, das sie die Lust verloren hat. Vielleicht war sie auch zu sehr in der Geschichte drin und hat so schnell geschrieben. Da kann man allerdings nur munkeln.

N:
Das war jedenfalls mein Gefühl.

C:
Sicherlich, ich meine Beschreibungen fehlen, die kann man einfügen, aber für einen Erotikroman ist mir da zu wenig Erotik drin.

T:
Ich finde es aber schade, dass die Autorin ziemlich offensichtlich ihre eigene Geschichte nicht noch einmal durchgelesen hat. Das wäre ihr doch bestimmt aufgefallen.

N:
Ja, es ist eher nach dem Motto „einmal rein – fertig und weiter geht’s“.

T:
Das kann ich nicht beurteilen, ich lese nicht so viel Erotikromane.

C:
Und die Liebesgeschichte ist überhaupt nicht ausgebaut und auch nicht die Sache mit dem Tanz, was sie als Heldin wirklich auszeichnet, wodurch sie sich abhebt, wird mit einer halben Seite abstrakte Beschreibungen abgetan.

N:
Obwohl ich nicht verstehen kann, warum sie sich noch nie selbst hat tanzen sehen? Ein Tänzer entwickelt ein Gefühl dafür, erst wenn er weiß, wie welche Bewegung wirkt.

C:
Gut, zu der Zeit gab es ja wirklich noch nicht so viele Spiegel, mit Tanzen kenne ich mich auch nicht so aus.

T:
Ich mich auch nicht, aber sicherlich steht nicht ohne grund in jedem balettsaal ein spiegel. Andererseits, über welche Zeit reden wir hier?

C:
Ich schätze mal Frühantike.

T:
Vielleicht ist sie wirklich nur sehr talentiert.

N:
Das kann natürlich auch sein. Klar, aber auch damals wollten die großen Herren gut unterhalten werden und das kostete nun mal auch etwas.

C:
Es wird auch so dargestellt, dass sie das nie wirklich geübt hat.

N:
Aber immerhin: wir haben einen roten Faden in dem Ganzen und das ist die Körperlichkeit.

T:
Das gehört wirklich in die Kategorie unrealistisch.

C:
Das stimmt.

T:
Die Geschichte an sich ist ja schon rund.

C:
Wo wir vielleicht auch mal einen neuen Faden aufnhemen sollten. Also wir sind uns einig, dass es stilistisch und formal schlecht ist. Aber immerhin ist die Geschichte auf Bookrix recht erfolgreich.

T:
Nur die Stilistische umsetzung ist nicht so geglückt, was man durch einiges an überarbeitung aber hinbekommen sollte und zudem kostenlos, da kann man dann schon über einige Dinge hinweg sehen. Professionalität kann man da glaube ich nicht erwarten. Nur, dass ein Autor sein eigenes Werk noch einmal ließt, das schon.

N:
Die Story ist meiner Meinung nach so erfolgreich, weil sie FAST ohne Umschweife direkt in das Geschehen einsteigt und einige emotionale Momente bietet. Was sie aber besonders ausmacht, ist eben die romantische Realitätsferne. Etwas, das im wahren Leben nicht passieren könnte, ist plötzlich möglich – in dem Fall, dass zwei Menschen aus (sehr) verschiedenen sozialen Millieus zueinander finden und sich sogar verlieben.

C:
Na besser kann man es glaube ich nicht auf den Punkt bringen.

N:
Und eine formale Überarbeitung hat das Werk alle Mal nötig.

T:
Ich stimme dem zu.

C:

Damit dann auch vielleicht die vorletzte Frage: Was meint ihr, welche Zielgruppe bedient wird?

T:
Vielleicht alles ab 16? Vielleicht auch eher weibliche Leser als männliche.

C:
Ich habe mich halt immer so gefragt beim Lesen “ Wer steht auf sowas“ und da war ich mir nicht sicher, ob es mehr Hausmütterchen oder Teenagerinnen sind. –
Ja, also ich glaube, dass ich als Mann sagen kann, dass es für die männliche Zielgruppe überhaupt nicht geeignet ist.

T:
Sicherlich nicht die Frauen, die genug Abenteuer in ihrem eigenen Leben haben, vermute ich mal.

C:
Also ich würde die Altersempfehlung ruhig bei 14 ansetzen, weil ich es sexuell nicht sehr explizit fand – natürlich sehr zu meiner Enttäuschung.

N:
Naja, beim prüden Deutschland wäre es wohl doch eher die 16er Grenze.

T:
Ich bin mir wie gesagt beim Alter auch nicht ganz sicher. Aber du hast Recht.

N:
Aber ich stimme zu, dass es an einigen Stellen irgendwie gezwungen oder eher unbeholfen geschrieben ist.

C:
Glaube ich nicht, wenn du siehst, was so im Fernsehen läuft, in den USA sicherlich, aber Sex ist in Deutschland nicht so schlimm. Wir mögen hier ja eher keine Gewalt, aber davon gibt es auch nicht so viel.

N:
Na gut, wahrscheinlich hast du recht. – Da habe ich hin und wieder den Text augenrollend zur Seite legen müssen.

C:
Ja, die Augen habe ich auch sehr oft beim Lesen verdreht und mir gedacht „Really“ ?

N:
Ja! Bei mir genau das gleiche!

C:
Gut, kommen wir vielleicht zum Schluss. Haltet ihr das Werk für Lesenswert und was würdet ihr ihm auf einer Skala von 1-10 geben, wobei 10 das Beste ist?

N:
Ganz spontan: 3

T:
Die Geschichte ist ganz gut, aber nicht so, dass man sie unbedingt lesen muss. Für die Geschichte gibts eine 5, für den Stil, der auf jeden Fall überarbeitet werden muss gibt es eine 2, macht also insgesamt eine 3,5.

C:
Ja. ich schließe mich auch bei der 3 an.

N:
Lesenswert ist es in meinen Augen nicht zwingend. Es ist ein netter Zeitvertreib, wobei ich hier nur die Story selbst meine und die formalen Aspekte ignoriere.

T:
Genau meine meinung- und bei dem stil hab ich auch nur 2 gegeben, weil ich mir die Situationen und Umgebung anhand der Beschreibungen ganz gut vorstellen konnte, und da man am anfang noch satzzeichen hatte.

C:
Alles klar, dann verabschiede ich mich hiermit aus dem Hauptstadtstudio für diesen Monat. Tinka, welches Werk rezensieren wir als nächstes?

T:
Als nächstes lesen wir „Seelengrün“ von Alea-Louise Mai.

C:
Alles klar, ich bedanke mich bei Tinka Beere und Nogusvelo, bis zum nächsten Mal und God bless America. *abblende, Outro *