Schreibtipp #4

Ich habe wieder ein paar kleine Schreibtipps für euch, die mir in letzter Zeit beim Schreiben begegnet sind:

Schreibmonate
Schreibmonate sind echt eine super Sache. Finde ich zumindest. Vor allem die offiziellen, weltweiten haben eine besondere Magie, die einen förmlich mitreißt. Durch die Gemeinschaft ist so viel möglich. Gegenseitige Unterstützung ist wirklich goldwert.
Ich glaube, vielen Schreibern gibt es Motivation zu wissen, dass sie nicht alleine schreiben. Natürlich schreibt jeder für sich allein, es sei denn, man trifft sich real life in einer Schreibgruppe. Aber auch durch das Internet kann man sich in Gruppen zusammentun und zu bestimmten Zeiten schreiben, auch wenn gerade kein offizieller NaNo ist.

Wenig denken – Viel schreiben
Wenig denken und viel schreiben ist in den Schreibmonaten wichtig, wenn man sich eine bestimmte Wortzahl vornimmt. Das Denken setzt dann bei der Überarbeitung ein. Für manche ist es sehr hilfreich für den Moment des Schreibens die Verantwortung abzugeben. Rechtschreibfehler, Ausdruck oder lustige Wortneufindungen kann man später immer noch ändern. Man kann sogar einzelne Szenen wieder streichen, wenn sie doch nicht in die Geschichte passen.
Für manche ist es jedoch unbefriedigend zu wissen, dass sie schlecht schreiben. Doch auch das schlecht Schreiben ist ein viel genannter Tipp in Schreibratgebern, muss jedoch auch geübt werden. Ich denke, dazu sind auch Schreibmonate super geeignet – aber treffen nicht bei jedem auf Begeisterung.

Es gibt keine perfekte Rohfassung.
Darüber sollte sich vielleicht jeder klar werden. Und wer schon viele längere Projekte angefangen hat zu schreiben, der weiß: Wenn man immer wieder den ersten Satz oder Absatz korrigiert, dann kommt man nicht voran. Vielleicht bleibt die Geschichte dann irgendwann liegen, weil man einfach keine Zeit mehr hat. Und da können Schreibmonate helfen, wenn man weiß, wie eine Geschichte endet. Man schreibt sie einfach aus dem Kopf und trägt sie nicht mehr länger mit sich herum – im schlimmsten Fall verliert man sie völlig aus dem Blick. Erst einmal aufschreiben. Und dann kann man immer wieder überarbeiten, so oft man will, bis man vielleicht ansatzweise glücklich damit ist.

Stil ändern – auch wenn du schon eine klare Vorstellung von dem hast, wie deine Geschichte aussehen soll
Dieser Tipp ist mir bei meinem aktuellen Projekt eher zufällig begegnet. Und dafür muss man akzeptiert haben, dass der erste Entwurf nicht perfekt sein kann.
Ich wusste genau, dass die Geschichte in einem bestimmten Stil geschrieben sein soll – aber irgendwann kam ich nicht mehr weiter. Bei dem speziellen Stil in meiner Geschichte handelt es sich um Tagebucheinträge. Ich schreibe zwar selbst ab und an Tagebuch, aber es ist schwierig eine Geschichte auf diesen Stil zu übertragen. Ich musste ziemlich abstrakt denken: [kursiv] Was ist passiert? Was schreibt sie nicht in ihr Tagebuch? Was schreibt sie in ihr Tagebuch? In welcher Verfassung ist sie während sie schreibt? Wie viel Zeit vergeht zwischen den Einträgen und was passiert da? [kursiv ende] Eine ziemlich schwierige Sache für mich. Ich kann zwar abstrakt denken, hätte es vielleicht auch so hinbekommen, aber das, was ich täglich geschrieben habe, war mir einfach zu wenig, ich habe mir gequält und es ging zäh voran. Dann habe ich in meinen gewohnten erzählenden Stil gewechselt, habe aber schnell gemerkt, dass ich einige Dinge geschrieben habe, die später überhaupt nicht wichtig sind. Und ohne großartig darüber nachzudenken und ohne es auch wirklich bewusst zu merken, habe ich angefangen meine Hauptperson zu interviewen. Ich habe ihr Fragen gestellt und sie hat geantwortet. Dadurch habe ich sie viel besser kennengelernt. Da ich nur mit einem ganz groben Plot anfange zu schreiben und meine Figuren mir erst durch die Geschichte vertraut werden.

Tinka

Schreiben im Februar und März

Verlängerung des Schreibmonats Februar/ PowNoWriMo/ Schreibnächte

Im Februar habe ich den (immernoch andauernden) Schreibmonat Februar veranstaltet. Teilnehmen konnte und kann immer noch jeder auf meinem Blog und auch auf Facebook in der entsprechenden Veranstaltung.

Mittlerweile habe ich eine Gruppe auf Facebook gegründet „Schreibmotivation – Schreibinspiration“ in der dann auch die Verlängerung des Schreibmonat stattfinden wird; dort gibt es dann auch spontane Schreibnächte, Schreibmaratons und vieles mehr. Natürlich und auch ausdrücklich ist euch das erstellen von Veranstaltungen, selbstverständlich sollten zum Thema Schreiben passen. In der Schreibwerkstatt sammeln sich auch ein paar motivierte Schreiberlinge zum PowNoWriMo (PowerNovelWritingMonth).

Informationsübersicht:

Schreibmonat Februar:

  • 1. Februar 2014 00:00 bis 28. Februar 2014 23:59
  • Ziel: Schreibe jeden Tag an deiner Geschichte
  • Mein Ziel: 70.000 Wörter insgesamt
  • Trage dich noch schnell in meine Statistik ein

Verlängerung Schreibmonat Februar:

  • 1. März 2014 00:00 bis 31. März 2014 23:59
  • Ziel: Schreibe jeden Tag an deiner Geschichte
  • PowNoWriMo-Ziel: 120.000 Wörter insgesamt/ ca. 3.871 Wörter am Tag
  • Wer möchte kann die Statistik vom Februar auf meinem Blog weiter nutzen. Gebt mir rechtzeitig Bescheid, wenn ihr eure Wortzahl und euer Ziel übernehmen wollt. Jeder der mir nicht schreibt wird nicht mehr in der Statistik aufgeführt und seine Wortzahl „gnadenlos“ gelöscht 😀

Linkübersicht:

Blogs:

Facebook

PowNoWriMo- offiziell in der Schreibwerkstatt teilnehmen.

Viel Schreibfreude wünscht euch Tinka 🙂

Schreibtipp #4: Der Alltag eines Autors

Zeitfresser Fernseher

Der beste Freund des Menschen. Ok… Zumindest einer der besten Freunde neben Hund und Kühlschrank.

Aber was macht den Fernseher zu so etwas Besonderem?
Man kann Stunden vor ihm verbringen und schön rumgammeln; seine Lautstärke ändern, wenn die Nachbarn mal wieder lauter sind. Und auch Abende mit Freunden verbringen ohne viel sagen zu müssen. Er ist da, wenn man ihn braucht und mit ihm lassen sich mitunter auch interessante Dinge in Erfahrung bringen. Zudem kann man dort ganz bequem ohne einen Besuch bei Saturn oder eine Bestellung bei Amazon seine Lieblingsserien sehen. In der Werbung erfährt man etwas über die neusten Angebote im Supermarkt. Man bleibt dank Nachrichtensendern und Sendern wie zum Beispiel RLT immer informiert über das Weltgeschehen und den neusten Promitratsch.

Und wozu braucht man ihn wirklich? Im Grunde genommen erfüllt er seinen Zweck nachhaltig und pflichtbewusst. Die Serien halten einen vorm Fernseher; das geht manchmal soweit, dass man seinen Tagesplan danach richtet. Jeder kennt sicher den Satz: „Heute abend gehts nicht, da guck ich GZSZ. Vielleicht am Wochenende?“ Oder wenigstens so ähnlich. Und das Gefühl, dass man politisch, wirtschaftlich und auf welche Art noch auf dem Laufenden bleiben muss, hält einen an der Kiste. Aber muss man das wirklich?

Ich lebe seit mittlerweile fast sieben Monaten ohne Fernsehanschluss. Der Fernseher ist für mich vom Prinzip her nur Dekoration oder falls mich mal die Serien- oder Filmwut überfällt da, um sie zu befriedigen. Von Nachrichten war ich noch nie der große Fan, wahrscheinlich sind sie größtenteils eh nur Fiktion und nur bei wenigen Sendern sachlich recherchiert. Obwohl ich bei der Meldungsvielfalt und Schnelligkeit von Journalisten bezweifeln möchte, dass sie überhaupt die Zeit haben, alles genaustens zu überprüfen. Gibt es etwas wichtiges auf der Welt, dann ist Facebook eine zuverlässige Quelle für Informationen; vielleicht auch nicht immer genau recherchiert, aber wenigstens gut dosiert und gefiltert 😉

Aber mal ehrlich: Was kann das Fernsehen einem Autor schon bieten? Das Meiste, das man dort geboten bekommt ist Müll. Man merkt beim zusehen, wie man verblödet und trotzdem schaut man weiter. Ausgenommen sind Sender, die wirklich noch wissenswertes übermitteln, aber auch die Informationen findet man bei einer gezielten Recherche im Internet. Dazu kommt die Dauerbeschallung von Werbung, die mittlerweile unverschämt lang hinausgezögert und ausgeweitet wird.
Für mich hat das Fernsehen gar keinen wirklichen Reiz mehr, lieber greife ich gezielt auf informative Videos bei YouTube zurück und wenn es mich doch einmal reizt und ich mich auf Trash-TV einlassen will, gibt es immer noch RTL-Now. Und der Erfolg gibt mir Recht, wenn man es als Erfolg bezeichnen möchte, dass ich in meiner Zeit ohne Fernsehen bereits ein Romanmanuskript beendet habe und meine Produktivität steigert sich in der Hinsicht immer weiter.
Unter Entzugserscheinungen leide ich nicht, vielleicht verbringe ich immer noch zu viel Zeit mit Facebook, aber wenigstens habe ich den Zeitfresser Fernsehen aus meinem Leben eliminiert und ich empfehle es jedem Autor weiter, aus Überzeugung.

Über den Sinn von Serien für Autoren sprechen auch die SchreibDilettanten: Hier gehts zur Folge.

Eure Tinka

Schreibtipp #3: Aus Büchern lernen

Fische kennen keinen Ehebruch- Carl Aderhold

Eine Freie Fahrt ins Glück und zur großen Liebe.
Für Valérie hat die Sitzung bei der Typ-Beraterin ungeahnte Folgen: Ihr Gatte ist sauer – er hätte lieber die Frau behalten, nach der kein Mann sich umdrehte. Auch Valérie selbst zweifelt: Ist sie nun wirklich schön und elegant wie ihre Filmheldin Julia Roberts? Auf dem Weg zur Bushaltestelle macht ein fremder Mann ihr Komplimente; sie ist völlig perplex. Wie in Trance fährt sie zum Bahnhof statt zur Arbeit, steigt in den ersten Zug – und nimmt von ihrem bisherigen Leben eine Auszeit. Der Beginn einer ungewöhnlichen Reise zu vergessenen Träumen und zu sich selbst…”

Dieses Buch habe ich aus dem Regal gezogen ohne den Titel zu lesen. Nur wegen der Farbe des Covers. Seltsam. Ich habe es direkt ungedreht und die Rückseite gelesen und entschieden es kommt auch mit. Erst im Zug habe ich dann den Buchtitel gelesen und fand ihn irgendwie witzig.

Gut, ich hatte also eine gewisse Erwartung an das Buch, die es leider nicht erfüllen konnte. Beim Lesen des Klappentextes habe ich erwartet, dass hier die persönliche Wandlung einer Frau beschrieben wird mit Gefühlen und Gedanken. Sie steht zwar im Mittelpunkt, doch es gibt viele weitere Figuren, deren Geschichte erzählt wird. Daher finde ich den Klappentext etwas irreführend.

Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten in das Buch hinein zufinden. Es gibt viele lange Sätze. Nichts gegen lange Sätze, ich mag und verwende sie auch in meinen eigenen Geschichten, aber ich habe beim Lesen häufig den Überblick verloren und habe ein und den selben Satz bis zu drei Mal von vorn lesen müssen um ihn zu verstehen. Desweiteren gab es zwei Charaktere, die eher eine Nebenrolle gespielt haben, dennoch wichtig waren, die ich beim Lesen absolut nicht unterscheiden konnte. Am Ende wurde es mit den beiden dann besser.

Dann gab es Passagen, die ziemlich wissenschaftlich waren, was ja an sich nicht schlecht ist. Allerdings wurde an einer Stelle eine Meinungsverschiedenheit von zwei Wissenschaftlern beschrieben, die ich nur gelesen habe um voran zukommen, verstanden habe ich aber nicht, worum es ging. Die Szene habe ich nur gelesen um des Lesens Willen. Ich glaube, es war einfach zu fachspezifisch, nicht mein Fach, und sich extra wegen der zehn Zeilen ins Thema ein zuarbeiten fände ich übertrieben.

Am Anfang war ich ein wenig, nicht enttäuscht, aber ich habe mich gewundert, dass das Buch nicht sehr dick ist, bei dem was eigentlich passieren sollte. Als ich beim Lesen dem Ende näher kam, war ich ganz froh, dass das Buch nur 284 Seiten hat.

Nachdem ich merkte, dass ich das Buch insgesamt nicht so toll finde, habe ich ein bisschen mehr darauf geachtet, was mich stört und was ich für mich aus einem schlecht geschriebenen Buch lernen kann:

  • Den Klappentext vom Buch sollte man möglichst genau verfassen.
  • Lange Sätze können dem Leser Schwierigkeiten bereiten. (Hier gibts Infos zum langen Satz)
  • Auch Nebencharatere wollen eine Identität haben und einzigartig sein, damit sie nicht mit anderen verwechselt werden.
  • Fachsimpeln in Geschichten – Kann schwierig sein, muss aber nicht. Solche Szenen sollten auch für nicht-Experten verständlich sein, aber sie auch nicht für dumm verkaufen.

Vielleicht helfen euch diese Anregungen weiter. Ich glaube, sie zeigen gut, wie wichtig es ist Alpha- und Betaleser zu haben, denn sie können auf einige Punkte achten, die einem selbst als Autor nicht unbedingt auffallen.

Hunger- Halluzination- Kreativität

Wie in meinem Beitrag über Hamsuns „Hunger“ beschrieben, sind mit beim Lesen so einige Fragen in den Sinn gekommen:

Will ich wirklich versuchen vom Schreiben zu leben? Kann ich überhaupt erfolgreich genug sein, um ich davon leben zu können? Wie kann ich die Sache mit dem Prokrastinieren überwinden, wenn ich denn vielleicht mal erfolgreich bin? Oder auch nicht? Was passiert, wenn das Geld knapp wird? Kämpfe ich weiter? Und wie ist das überhaupt mit der Kreativität? Warten bis sie kommt? Oder eine Regelmäßigkeit schaffen? Kann man sich vielleicht sogar selbst durch Meditation oder Hunger in Zustände versetzen, in denen man kreativer ist und vielleicht sogar Weisheit erlangen kann?

Was denkt ihr darüber?

Tinka Beere

Knut Hamsun: Hunger

Ich nehme in diesem Semester an einem Seminar teil, das sich „Geschichte(n) des Hungers in Skandinavien“ nennt. So leicht ist also erklärt, warum ich das Buch gelesen habe.

Knut Hamsun ist ein norwegischer Schriftsteller. In seinen Roman Hunger flechtet er eigene Erfahrungen aus seinem Leben aus Kristiania im Jahr 1886 ein.

Der Roman ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und spielt in Kristiania, dem heutigen Oslo. Den Namen des Protagonisten erfährt der Leser nicht. Der Roman beginnt mit den Worten „Es war in jener Zeit, als ich in Kristiania umherging und hungerte, in dieser seltsamen Stadt, die keiner verläßt, ehe er von ihr gezeichnet worden ist…“ und das Thema „Hunger“ zieht sich, wie im Titel angekündigt, durch den ganzen Roman. Beim Lesen erfährt man fast schon am eigenen Leibe, wie es sein muss Hunger zu haben. Der Protagonist versucht seine geschriebenen Artikel bei Zeitungen zu Geld zu machen, doch gelingen tut ihm das nur selten. Der Hunger nimmt ihn mehr und mehr aus und das beginnt er auch bald am eigenen Körper zu spüren. Zudem lässt ihn der Hunger immer weiter in Wahnvorstellungen verfallen. Man bekommt immer mehr den Eindruck, dass der Hunger ihn wirklich verrückt werden lässt. Und in seinem Wahn belustigt er sich über verschiedene Leute, die seinen Weg kreuzen.

Wegen dem Seminar habe ich natürlich Hauptsächlich auf den Aspekt des Hungers und seiner Folgen geachtet. Aber da ich mich ja mittlerweile auch als Schriftstellerin sehe, habe ich den Roman auch auf diesen Schwerpunkt hin gelesen.

Hunger

Der Protagonist ist Schriftsteller, in einer Zeit, in der Texte noch zwangsläufig mit Papier und Stift geschrieben wurde. Der Roman beschreibt nur die Hungerphasen des Protagonisten. Am Ende des ersten Teils ist ein Cut. Er war einem alten Freund begegnet, als er vom Pfandleiher kam. Scheinbar hatte ihm dieser Freund geholfen. Der Roman setzt dann eine Weile später wieder ein, als der Protagonist kein Geld mehr hat. Am Anfang besitzt er noch Dinge, die er zum Pfandleiher bringen kann, doch irgendwann hat er nichts mehr.

Mir ist auch aufgefallen, dass der Protagonist zwar um alles auf der Welt schreiben will, aber die Prokrastination auch sehr gut beherrscht. Häufig berichtet er, was für ein großartiges Werk, was für einen tollen Artikel er doch schreibt. Doch im Endeffekt läuft er ziemlich viel durch die Gegend, belustigt sich über verschiedene Leute und kommt sehr wenig zum Schreiben. Wenn er mal Geld hat, so berichtet er selbst, dann vergeudet er es. Nach tagelangem Hunger kauft er sich schon fast ein Festmahl, doch lange bei sich behalten kann er es nicht, weil sein Magen das nicht mehr verträgt. Und wenn er kein Geld hat, dann versucht er immer noch auf die Muse zu warten. Mal ist ihm der eine Ort zu laut oder er findet einfach nicht die richtigen Worte.

Halluzinationen

Interessant sind auch die Beschreibungen des Wahnsinns, in den er verfällt. Nachdem ich den Roman zu Ende gelesen hatte, habe ich mich gefragt, was wirklich passiert ist und wahr sein kann, oder wie viel er sich nur zusammen gesponnen hat. Er beschreibt selbst, dass er das Gefühl hat wahnsinnig zu werden. Ein Umstand, den man auch dem Wahnsinn zuschreiben kann ist der, dass sich nicht viele Freunde macht, viele Menschen legt er rein, indem er sich ihnen unter anderen Namen vorstellt oder Geschichten von sich erzählt, die nicht stimmen und im Nachhinein macht er sich darüber lustig, dass ihm die Leute geglaubt hatten. Eine Liebelei, die zwischen ihm und einem Mädchen aus besserem Haus angebahnt hat, endet aufgrund seiner Armut. Und später redet er sich ein, dass das Mädchen ungeheuer in ihn verliebt gewesen sein muss, obwohl er sie inzwischen mit einem anderen Mann gesehen hat.

Kreativität

Das sind Dinge, die mich auch beim Lesen nachdenklich gemacht haben. Mein Traum ist es, vom Schreiben leben zu können. Aber ich frage mich, wie wahrscheinlich andere auch, ob das möglich ist. Sicherlich lebe ich in einer anderen Zeit. Doch wer kann mir versprechen, dass ich erfolgreich werde und nicht Hungern muss? Wer kann mir garantieren, dass ich mich nicht auf meinen Lorbeeren ausruhe und prokrastiniere (was ich ja jetzt schon wunderbar beherrsche) und erst wieder schreibe wenn es mal knapp wird mit dem Geld?

Andererseits, vielleicht schafft der Hunger wirklich einen Zustand, in dem man die Kreativität voll ausschöpfen kann. Es gibt Meditationstechniken, die das Bewusstsein in eine andere Sphäre befördern, die einem ein klares Denken verschaffen können. Von Schamanen, die in Trance ihre Körper verlassen will ich gar nicht erst reden. Ebenso kann auch das Fasten genutzt werden, um in Bewusstseinszustände zu gelangen.. Ist Hungern vielleicht ein Weg zum Erfolg? Immerhin ist Hamsun ja ein bekannter Schrifsteller ;)

Mich interessiert wirklich sehr, was ihr zu diesen Themen denkt. Schaut doch einfach mal in unserer Diskussionsecke vorbei.
Viel Spaß beim Diskutieren, eure Tinka Beere 🙂

Schreibtipp #1: Hilfe! Ich komm‘ nicht weiter!

Sicherlich kennen viele das Problem. Mitten im Schreibfluss kommt man einfach nicht mehr weiter… Man will sich zwingen weiter zuschreiben, doch es klappt nicht. Auch eine Nacht drüber schlafen lässt die Worte nicht mehr fließen und man sitzt vor seiner Geschichte und ist (fast) am verzweifeln. Wie soll das nur weiter gehen?

Es klingt wirklich simpel. Und das ist es auch 😉 Ich bin im NaNoWriMo 2013 darauf gekommen. (Wahrscheinlich ist das aber nichts Neues.) Meine Situation: Nichts ging mehr, der Konflikt war gelöst und die Charaktere saßen schweigend da.

Im Alltag geht es ja immer weiter. Es gibt keine Pausen, außer man schläft vielleicht, aber auch da passieren Dinge, die von einem Beobachter aufgeschrieben werden könnten. In einer Geschichte ist das anders. Da werden die Sachen weggelassen, die normal und alltäglich sind. Wahrscheinlich will keiner gerne lesen, dass sich ein Charakter die Zähne putzt, zumindest nicht, wenn es normal für den Charakter ist.

Manchmal ist einem auch mitten im Schreibfluss gar nicht richtig bewusst, dass das Kapitel schon abgeschlossen ist. Mir ist das auch sehr oft passiert. Deshalb mein Tipp: Wenn es nicht mehr weiter geht, fangt ein neues Kapitel an. Setzt eure Charaktere in eine neue Umgebung oder vor neue Konflikte. Dadurch lebt die Geschichte.

Der Vorteil daran, dass ein neues Kapitel begonnen wird ist, dass man in eine ganz andere Situation einsteigen kann. Die Charaktere können sich in einer anderen Zeit oder an einem anderen Ort befinden. Außerdem kann man recht leicht ohne zukünftige Leser zu verwirren die Perspektive der Charaktere wechseln oder einfach andere Charaktere einführen.

Ein weiterer wichtiger Tipp ist mir vor dem NaNo begegnet: Werde dir über das Ende bewusst. Wie soll deine Geschichte ausgehen? Wenn du ein Ziel hast, dann weißt du, worauf du hinarbeiten kannst. Sollen sich die beiden Hauptcharaktere in einander Verlieben? Wie kommt es dazu? Entwickelt sich diese Liebe geradlinig oder wird sie durch Konflikte auf harte Proben gestellt? Wenn du das weißt, hast du einen ganz groben Plot und eine Richtung in die du deine Charaktere lenken kannst.

Das Ende meiner Geschichte zu kennen hat mir im NaNo sehr geholfen, immerhin habe ich das erste Mal eine Geschichte beendet.

3-Tipps zu Hilfe! Ich komm‘ nicht mehr weiter! im Überblick:

  • ein neues Kapitel anfangen
  • die Perspektive wechseln
  • das Ende kennen

Ich hoffe, euch helfen diese Tipps weiter 🙂

Eure Tinka Beere